Kölner haie verspielen rekord und selbstvertrauen vor playoffs
Die Kölner Haie haben sich fürs Finale der Hauptrunde ein Debakel gegönnt, das weit über eine Niederlage hinausgeht. Mit 5:8 unterlagen die Rheinländer im eigenen Aquarium den Grizzlys Wolfsburg, kassierten die dritte Pleite in Serie und verabschiedeten sich endgültig aus dem Rennen um den Punktrekord. 113 Zähler stehen jetzt in der Tabelle – drei zu wenig für die Bestmarke der Adler Mannheim aus 2019.
Die haie wachen zu spät auf
Was diesem Spiel an Dramatik fehlte, machte die Statistik wett. Schon nach elf Minuten lagen die Haie 0:4 zurück, das Lanxess Arena-Publikum schwankte zwischen Gelächter und Verzweiflung. Dann kam der Scheinaufstand: zwei Tore von Louis-Marc Aubry, ein Powerplay-Treffer von Frederik Tiffels, und plötzlich stand es 4:4. Die Arena kochte – für genau 132 Sekunden. Wolfsburg schlug postwendend zurück, die Haie verloren die Deckung, das Selbstvertrauen und schließlich die Partie.
Trainer Kari Jalonen stand nach dem Schlusspfiff mit verschränkten Armen hinter der Bande, sein Blick schweifte ins Leere. „Wir haben die erste Hälfte verschlafen und dann gedacht, Eishockey sei ein 20-Minuten-Spiel“, sagte er knapp. Die Zahlen sprechen ohnehin für sich: 8 Gegentore nach 60 Minuten, 35 Treffer in den letzten fünf Spielen, kein Clean Sheet seit 14 Partien.

Die playoffs kommen zu schnell
Am Sonntag geht es nach Mannheim, dann wird der Modus wieder aus-Sicht. Doch die Frage ist, ob die Haie überhaupt noch Selbstvertrauen mitnehmen. Die DEL-Statistik zeigt: Teams mit drei Niederlagen in Serie vor den Playoffs scheiden zu 67 Prozent in Runde eins aus. Die Aufholjagd gegen Wolfsburg war spektakulär, aber eben auch nur ein Vorgeschmack auf die eigene Verwundbarkeit.
Während die Haie sich fragen, wie aus der stärksten Offensive der Liga plötzlich ein Schießstand mit offenen Visieren wurde, feierten die Eisbären Berlin ihre kleine Meister-Generalprobe. Das 4:2 gegen Mannheim sicherte den Berlinern Rang sechs – und damit direkte Tickets fürs Viertelfinale. Die Kufencrashs in Köln waren nur Nebenschauplatz, aber sie erinnerten daran, dass auch Favoriten nur so gut sind wie ihr letztes Powerplay.
Die Saison endet für die Haie also mit einem Paukenschlag, der eher nach Fehlzündung klingt. Rekord hin, Rekord her – am Ende zählt nur, wer im Mai noch auf dem Eis steht. In Köln beginnt die Stunde der Wahrheit schon am Sonntag, 14 Uhr, in der SAP Arena. Die Uhr tickt lauter als jede Fan-Trommel.
