Kölner fans nach playoff-krimi in berlin brutal attackiert

Ein Fanbus der Kölner Haie wird kurz nach dem dritten Playoff-Spiel in Berlin zum Gefängnis auf Rädern. 20 bis 30 Vermummte stoppen das Fahrzeug auf der Mühlenstraße, schlagen mit Fahnenstangen und Glasflaschen ein, dringen in den Bus ein. Ein Rheinländer trifft eine Flasche, er bleibt verletzt zurück.

Die polizei spricht von „besonders schwerem landfriedensbruch“

Die Täter hatten offenbar alles geplant. Sie warteten, bis der Bus nach der 2:3-Niederlage die Arena am Ostbahnhof verließ, zwangen ihn anzuhalten und rissen die Gepäckfächer auf. Trommeln, Fahnen, Schals – alles wurde mitgenommen, was die Kölner mitgebracht hatten. Als sie die Türen aufbekamen, flüchteten sich einige Passagiere in die hinteren Reihe, andere versuchten, die Angreifer zurückzudrängen.

Zivilfahnder der Berliner Polizei, die zufällig hinter dem Bus fuhren, stiegen ein. Die Vermummten lösten sich in der Menge vor dem Fanbogen auf, zogen sich T-Shirts über oder tauschten Jacken. Die Beamten kontrollierten 92 Personen, stellten Beute sicher. Doch die Haupttäter konnten nicht mehr identifiziert werden.

Der verband muss handeln, sonst droht eskalation im viertelfinale

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Für die Haie ist das kein isolierter Vorfall. Bereits im Vorjahr wurden Anhänger in Berlin angepöbelt und mit Bier beworfen. Die Liga hatte damals „eingeschränkte Sicherheitskonzepte“ gerügt – offenbar ohne Konsequenzen. Nun fordern Fanbeauftragte ein Auswärtstransfer-Verbot für Berlin, mindestens aber einen Teil der Ostkurve zu sperren. Die Entscheidung liegt beim DEL-Sicherheitsausschuss, der am Dienstag tagt.

Spiel vier steigt am Freitag erneut in der Wellblechkatze. Die Eisbären führen mit 2:1, das Viertelfinale ist offen. Aber auf den Rängen brodelt es bereits jetzt mehr als auf dem Eis. Wenn nichts passiert, reisen die nächsten Kölner Fans mit Helm statt Hut.