Köln hält vorsprung fest: wagner erfüllt vorgaben – ache-verletzung trübt das bild
Es war kein Fußballfest am Freitagabend in Hamburg, aber der 1. FC Köln hat einen wichtigen Punkt beim FC St. Pauli erkämpft. Das 1:1 hielt den Abstand zum Relegationsplatz auf fünf Zähler – und Interimstrainer René Wagner hat damit seine erste Aufgabe erfüllt. Doch der Sieg schmeckt getrübt, denn Ragnar Ache zog sich offenbar eine schwere Verletzung zu.
Spielerische glanzlichter fehlten, kämpferischer einsatz nicht
Wer an einem Freitagabend in der Bundesliga ein Spiel zwischen St. Pauli und Köln verfolgt, sollte sich wohl eher auf einen Abstiegskampf einstellen als auf filigranes Passspiel. Und so war es auch. Beide Mannschaften kämpften verbissen, spielerische Höhepunkte blieben Mangelware. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler brachte es auf den Punkt: „Wenn der FC St. Pauli gegen den 1. FC Köln spielt, dann ist, glaube ich, keiner ins Stadion gekommen und hat Tiki-Taka erwartet.“
Der FC begann zwar vielversprechend, ließ in den ersten zehn Minuten zweimal vorsichtig aufhorchen. Doch dann verlor die Mannschaft, wie Wagner später erklärte, die Kontrolle und wich von ihrem eigentlichen Plan ab. Die Idee war klar: Bei hohem Pressing der Gastgeber hinter die letzte Linie spielen und gefährliche Konter fahren. Stattdessen wurden jedoch vermehrt lange Bälle gespielt – weit entfernt von der gewünschten Struktur.
Auch die Einwechslung von Linton Maina brachte keine Wende. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Jan Thielmann fand er kaum Anschluss an das Spiel. Wagner nahm sein Team in Schutz: „Ich glaube, dass nicht immer das Problem bei uns liegt, sondern dass der Gegner es auch gut macht.“
Ein Punkt, der gut tut
Am Ende war es Luca Waldschmidts Elfmetertor, das dem FC den Punkt sicherte – ein Szenario, das sich der Mannschaft in dieser Saison bereits zum zehnten Mal bot. Kessler zeigte sich zufrieden: „Dass wir nach einem Heimsieg gegen Bremen davon ausgehen, dass wir uns von allen Sorgen befreien können, ist völlig normal und okay.“
Wagner, der als Übergangslösung an die Seitenlinie trat, hat mit seinem Team nicht nur die internen Vorgaben erfüllt, sondern auch die Zusammenarbeit im Staff gelobt. „Er kommuniziert unheimlich viel und hat es schon geschafft, dass die Jungs die Intensität im Training ein Stück weit angezogen haben“, so Kessler.

Sorge um ragnar ache
Doch die Freude über den Punkt wurde von der Verletzung Ragnar Aches überschattet. Der Stürmer zog sich kurz nach der Pause an seinem rechten Oberschenkel zu und musste anschließend ausgewechselt werden. „Es sah nicht gut aus“, kommentierte Kessler besorgt. Eine Diagnose steht noch aus, doch die Befürchtung einer längeren Ausfallzeit ist groß.
Vor dem Derby gegen Bayer Leverkusen am nächsten Samstag steht der FC vor einer neuen Herausforderung. Der Vorsprung auf die Abstiegszone ist zwar komfortabel, aber die Verletzung von Ache wirft einen dunklen Schatten auf die ansonsten positive Stimmung.
