Kohfeldt zieht trotz absturz auf rang vier positive bilanz

Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt findet nach dem 1:1 gegen Tabellenführer Schalke 04 auch im vierten Spiel in Folge ohne Sieg die richtigen Worte. „Wir haben uns nicht brechen lassen“, sagt er – und meint damit mehr als nur eine Fußballpartie.

Der abend, der alles durcheinanderwirbelte

Stadionionen Bölle, 21. März 2026, 21.45 Uhr. Luca Marseiler liegt auf dem Rasen, hält sich das Knie, schreit. Die Hütte verstummt, selbst die Schalker Anhängerkurve vergisst einen Moment ihren Gesang. Die 25.000 Zuschauer ahnen: Das Spiel kippt hier, bevor es richtig begonnen hat. Nach neun Minuten ist Schluss für den Mittelfeldspieler, die Diagnose fällt später: Kreuzbandriss. Die Lilien müssen umbauen, ihr Rhythmus ist weg.

Dennoch gehen sie in Führung – allerdings nur für 47 Sekunden. Videoschiedsrichter Nico Fuchs nimmt Marco RichtersTreffer wegen Handspiel zurück, die Stadionuhr steht auf 34. Minuten. Die emotionale Berg- und Talfahrt erreicht ihren Höhepunkt, als Moussa Sylla kurz vor der Pause das 0:1 erzielt. Darmstadt? Weg von Platz zwei, Richtung Play-off-Halbfinal-Hölle.

Die zweite halbzeit – ein akt kollektiver wut

Die zweite halbzeit – ein akt kollektiver wut

Kohfeldt stellt um auf Dreierkette, bringt mit Isac Lidberg zusätzliche Durchschlagskraft. Der Schwede belohnt das Bemühen nach 67 Minuten mit dem Ausgleich. Die Statistik: 63 Prozent Ballbesitz, 14:6 Torschüsse nach dem Seitenwechsel. „Wir haben die zweite Hälfte dominiert, aber die Punkte verteilt“, sagt Kapitän Marcel Schuhen. Die Tabelle lügt nicht: Vier Punkte Rückstand auf Schalke, zwei auf Aufstiegsrang drei – bei noch sieben Partien.

Die Stimmen nach dem Schlusspfiff klingen wie nach einem Finalsieg, obwohl der Blick nach oben rückwärts gerichtet ist. „Jetzt habe ich Bock auf eine Woche Nicht-Matchplan“, sagt Kohfeldt. „Danach sieben Wochen Vollgas.“ Bei TSV Pelkum Sportwelt wissen wir: Die Saison beginnt erst jetzt.