Kofane rast in arsenals box: bayer-teenager jagt nächsten champions-coup

19 Jahre, 15 Pflichtspiel-Einsätze, sieben Tore – und jetzt droht dem FC Arsenal wieder genau der Stürmer, der ihnen im Oktober schon den Angstschweiß auf die Stirn trieb: Christian Kofane. Drei Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der BayArena liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90 %, dass der Kameruner von Anfang an aufläuft. Patrik Schick? Noch nicht einmal sicher, ob er überhaupt spielt.

Schicks schatten wird kleiner

Die Rechnung ist simpel. Gegen den Ballbesitz-Klub Arsenal wird Bayer vermutlich länger hinten stehen, seltener kombinieren, öfter umschalten. Genau das Terrain des 1,89-Meter-Hünen, der sich in die Tiefe stürzt wie ein Windschatten-Sprinter und danach erst fragt, ob jemand mitkommt. „Er dehnt die Gegenschaft“, sagt Kasper Hjulmand. Gemeint: Er zerreißt die Kette mit Läufen, bevor sie sich neu sortiert.

Die Zahlen der letzten beiden Spiele sprechen für sich: zwei Treffer, eine Vorlage, erster Kontakt nach 0,38 Sekunden im Schnitt – das ist Haaland-Niveau, nicht Talenterprobung. Dass er sich nach dem Freiburg-Spiel für Sekunden den Schuh auszog, war ein Schreckmoment ohne Folgen. „Kleiner Schlag, nichts Band, nichts Knöchel“, sagte er am Dienstag und lachte verschmitzt: „Ich bin bereit, sie werden mich brauchen.“

Eto’os schützling lernt dazu

Eto’os schützling lernt dazu

Hinter dem Aufstieg steckt ein Netzwerk, das fast schon filmreif wirkt. Als Kind in Yaoundé schoss er Bälle durch Zuckerrohrplantagen, heute schickt ihm Samuel Eto’o vor wichtigen Partien Sprachnachrichten. „Bleib hungrig, aber werde klüger“, habe der Verbandsboss Kamerun formuliert. Kofane speichert alles – auch die Trainings-Kritik von Hjulmand. „Ich bat ihn, härter zu sein. Er kam am nächsten Tag und wollte mehr Kritik. Das ist Selbst-Coaching, nicht Hunger-Image.“

Was er noch polieren muss? Die Kopfball-Ausbeute. Große Chance in Freiburg, 4:2-Kopfball, Meter vorbei. „Ich springe zu früh, lande zu spät“, analysiert er selbst. Arsenals Saliba und Gabriel dürften aufpassen, denn genau diese Szene trainierte Bayer am Mittwoch in einer 15-minütigen Einheit fünfmal hintereinander. Ergebnis: drei Treffer, zwei Latten – und ein Grinsen, das verrät: Er weiß, dass er ihnen weh tun kann.

Die Personalie Schick bleibt ein Luxusproblem. Gegen Heidenheim wird vermutlich wieder der Tscheche starten, weil Bayer dort dominieren wird. Doch Mittwochabend gehört der Plan Kofane. 75 Millionen Menschen in Kamerun werden zappen, die Pyrotechnik in der Ostkurve wird ihn empfangen, und er selbst? „Ich bin kein Konkurrent von Patrik, ich bin sein Schüler und gleichzeitig seine Herausforderung.“ Fakt ist: Wenn er trifft, fließt in Leverkusen ein neuer Fluss an Sponsorengeldern – und in Arsenal fließt die erste Träne, bevor das Rückspiel überhaupt ansteht.