Eisenbichler kehrt zurück: dsv schickt alten retter nach olympia-desaster
Der Deutsche Skiverband traut sich einen zweiten Anlauf mit Bernd Eisenbichler. Nach dem Olympia-Crash mit nur einer Bronzemedaille räumt der DSV seine eigene Baustelle – und holt den Mann zurück, den man 2022 selbst ziehen ließ.
Warum ausgerechnet eisenbichler?
50 Jahre alt, 30 im Biathlon-Geschäft, einst Technik-Chef von Magdalena Neuner, später Sportdirektor bis 2022. Eisenbichler kennt die internen Knöchelschwächen des Verbandes, die verkrusteten Strukturen, die Lücken im Nachwuchs. Andreas Schlütter, Sportvorstand des DSV, spricht von „einem klaren Blick auf die nächsten Entwicklungsschritte“. Gemeint ist: Der neue alte Mann soll die Trümmer wegräumen, die in seiner ersten Amtszeit schon halbwegs sauber lagen.
Die Bilanz der letzten Monate ist brisant. Franziska Preuß beendete ihre Karriere, die Herren verpassten jedes Podest, die Damen liefen vier Mal auf Rang vier. Frankreich und Norwegen lassen die deutschen Skijäger hinter sich wie Slalomstangen. Einziger Trost: Die Leistungsdiagnostik funktioniert – sie zeigt exakt, wie weit der Abstand ist.

Was eisenbichler jetzt wirklich ändern muss
Er übernimmt offiziell am 1. Mai, doch die Übergabe mit Felix Bitterling läuft schon. Bitterling, der zurück zur IBU wechselt, hinterlässt eine Marketing-Abteilung beim Weltverband und ein halb leeres Kartenhaus beim DSV. Die neue Stellenanzeige lautet: »Sanierer mit Weltcup-Erfahrung gesucht«. Aufgabe Nummer eins: eine neue Führungsfigur finden, die das Team auf der Loipe und im Kopf zusammenhält.
Die zweite Baustelle heißt Nachwuchs. Die Talenteschmiede läuft, aber die Ergebnisse bleiben aus. Während Norwegen neue Stars wie Fjeld Andersen aus dem Hut zaubert, warten die deutschen Trainer auf den Durchbruch, der seit 2022 ausbleibt. Eisenbichler muss also nicht nur ein Team retten, sondern eine ganze Generation aus dem Dornröschenschlaf wecken.
Die Uhr tickt. Die nächste Weltcup-Saison beginnt in sechs Monaten, die Biathlon-Weltmeisterschaft 2025 in Lenzerheide rückt näher. Eisenbichler kennt den Druck – er war schon einmal der Retter. Ob er es nochmal schafft, entscheidet sich auf der Schießanlage, auf der Loipe und in den Köpfen einer Mannschaft, die verlernt hat zu gewinnen.
