Koeman-skandal: thon vergibt den oranje-hohn von 1988

Hamburg, 24. Juni 2026 – 38 Jahre sind vergangen, seit Ronald Koeman nach dem EM-Halbfinale von 1988 im Hamburger Volksparkstadion eine Geste vollzog, die bis heute für Gesprächsstoff sorgt. Olaf Thon, damals Nationalspieler, kann inzwischen über den Vorfall lachen – und vergibt dem niederländischen Superstar. Die Episode, die die deutsch-niederländische Rivalität zusätzlich anheizte, wird im Sport1-Podcast „Deep Dive“ aufgegriffen.

Die demütigung nach dem schlusspfiff

Der 2:1-Sieg der Niederlande gegen Deutschland war zwar ein sportlicher Erfolg für Oranje, doch die eigentliche Demütigung sollte erst im Anschluss folgen. Koeman suchte Thon auf, um das Trikot zu tauschen – nur um sich Sekunden später den Oranje-Fans zuzuwenden und sein weißes Trikot in einer obszönen Geste zu präsentieren. Ein Hohn, den die deutschen Fans so schnell nicht vergessen sollten.

Thons überraschende reaktion

Thons überraschende reaktion

Im „Deep Dive“-Podcast äußert sich Thon nun zu dem Skandal. Er gesteht, die Tat erst am nächsten Tag erfahren zu haben, zeigt aber wenig Verständnis dafür, die Geste zu verurteilen. „Das kann der ruhig machen. Ist keine schöne Geschichte – aber er hat auch später gesagt, er hat es bereut, das nehme ich ihm auch ab.“ Thon betont die damals aufgeheizte Stimmung und die nationale Rivalität, die zu solchen Ausrasern führen konnte.

Koemans reue und die achillessehne

Koemans reue und die achillessehne

Koeman selbst hat seine Tat mehrfach bereut. „Ich bedauere, was ich nach dem Spiel tat. Es war eine impulsive Reaktion, eine dumme Aktion, die mich mein Leben lang begleiten wird.“ Ein persönliches Gespräch zwischen Koeman und Thon fand seither nicht statt, doch Thon relativiert die Situation: „Schlimmer wäre es gewesen, er hätte mir meine Achillessehne oder mein Schienbein kaputtgetreten.“

Eine rivalität mit tradition

Eine rivalität mit tradition

Die Auseinandersetzung zwischen Deutschland und den Niederlanden hat eine lange und bewegte Geschichte. Das WM-Finale 1974 im Münchner Olympiastadion, in dem die deutsche Mannschaft mit 2:1 triumphierte, legte den Grundstein für eine ausgeprägte Abneigung. „Die Stimmung zwischen den beiden Ländern in der Phase war immer kochend heiß – auch mit Randalen vor den Spielen“, erinnert sich Thon. Die 1980er Jahre waren geprägt von einer brütalen Rivalität.

Var als heilsbringer

Var als heilsbringer

Auch die WM 1990 war von Kontroversen geprägt. Der Spuckvorfall von Rudi Völler und Frank Rijkaard, bei dem Rijkaard dem Deutschen ins Haar spuckte und ihn am Ohr zog, sorgte für Entsetzen. Thon erklärt, dass man den Vorfall damals nicht in der Gänze sehen konnte. „Heute beim Videobeweis, wer wäre runtergeflogen? Nicht Rudi Völler.“ Er sieht im VAR daher einen wichtigen Beitrag zur Fairness im Fußball.

Die Episode zeigt, wie schnell Emotionen im Fußball hochkochen können und wie wichtig eine sachliche Betrachtung ist. Die Vergebung Koemans durch Thon unterstreicht jedoch, dass selbst die größten Rivalitäten überwunden werden können – solange es keine dauerhaften körperlichen Schäden gibt.