Kniat schickt bielefeld in die schalke-arena: jetzt zählt nur noch punkte statt tränen
Der Countdown läuft. Um 18.30 Uhr donnert Schalke gegen Arminia Bielefeld den Ball durch die Arena, und Mitch Kniat muss ausgerechnet beim Tabellenführer liefern. Kein Platz für Sentiment, keine Zeit für Rückblicke – obwohl das 0:1 gegen Hannover 96 noch in den Knochen steckt.
Die lektion von hannover: dribbling, druck, aber kein ertrag
Kniat hatte seine Elf gebeten, „giftig und bissig“ zu wirken. Die Antwort fiel in Tacklings und Balleroberungen aus, in Sprints und engen Dribblings. Das Resultat: null Punkte. „Wir waren auf Augenhöhe und hätten das Spiel für uns entscheiden können“, sagt der Coach, „aber Tore sind keine Schönheitspreise.“
Genau das macht die Reise nach Gelsenkirchen so brisant. Schalke presst mit der höchsten Ballbesitzquote der Liga, spielt sichere erste Pässe und schaltet dann um auf Edin Dzeko. Der Bosnier ist keine Reminiszenz an vergangene Tage, sondern eine lebende 194-Zentimeter-Box, in der Bälle verschwinden und Abwehrreihen verzweifeln.

Knichts plan: tempo gegen katic-lücke und dzeko-kraft
Ohne Innenverteidiger Nikola Katic (Gelbsperre) rückt Schalke um. Kniat will die frische Schalker Kette treffen, bevor sie sich neu sortiert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir viele Chancen bekommen. Aber wenn wir unser Tempo einsetzen, entstehen Lücken“, sagt er. Die Devise lautet: vertical, schnell, unbequem.
Auch Bielefeld fehlen zwei Leistungsträger. Tim Handwerker und Monju Momuluh sitzen wegen Gelb-Sperren in der Kabine. Kniat will keine „wilden Sachen“ probieren, doch hinten raus deutet sich an, dass Jung-Profi Fabian Klos oder die Doppelsechs neu justiert wird. „Wir werden die Lösung finden, die den Gegner stört – nicht die, die uns selbst aus dem Konzept bringt“, betont der Trainer.

Die serie nach schalke: paderborn, elversberg, darmstadt – alles finalspiele
Vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, sechs auf Rang 17 – die Zahlen täuschen. Kniat ignoriert Tabellenkonstruktionen. „Mir ist egal, ob wir vier Punkte Vorsprung haben, meinetwegen acht. Wir haben nichts erreicht.“ Nach Gelsenkirchen folgen drei weitere Gipfel: Heimspiel gegen SC Paderborn, Auswärtstest bei SV Elversberg, Schlussfeuerwerk gegen Darmstadt 98. Jede Partie kann die Saison spiegeln oder zerschlagen.
Der 40-Jährige will keine Moralgeschichten erzählen. Für ihn zählt einzig die 90-Minuten-Wahrheit, die seine Mannschaft schreibt. „Wenn wir an die Leistungsgrenze gehen und von uns überzeugt sind, werden wir Punkte holen. Punkt.“
Die Arminia ist gewarnt: Gegen Hannover dominierte sie 63 Prozent Ballbesitz, schoss 14 Schüsse – und kassierte trotzdem die Niederlage. In der Arena auf Schalke reicht Dribbling und Druck nicht. Dort zählt nur das Netztosen. Und genau darauf hat Kniat seine Jungs eingeschworen: „Wenn die Chance kommt, muss sie sitzen. Kein Rumjammern, kein Halten. Rein oder raus – und zwar mit dem Tor.“
