Knapp 500 karten weg in fünf minuten: almería-fans rasen zum derby nach granada
91. Minute, Schlusspfiff, Málaga geschlagen – und kaum liegt der Ball still, jagt die nächste Bombe durch den Andruck der Rojiblancos: 500 Auswärts-Dauerkarten für das Granada-Derby waren am Dienstagvormittag nach nicht einmal fünf MinutenGeschichte. Die Server des UD Almería glühten, die Provinz mobilisiert sich, und plötzlich steht fest: Los Cármenes wird am Sonntag um 16:15 Uhr schwarz-rot statt rot-weiß glühen.
Derby-fieber ohne warnstufe – deshalb landen viele indálicos auch auf den tribünen der granadinos
Weil das Risiko-Spiel-Papier diesmal blank bleibt, dürfen Almería-Anhänger auch in Sektoren für Heimfans buchen. Die Konsequenz: Neben den offiziellen 500 Plätzen im oberen Winkel zwischen Tribuna und Fondo Sur tummeln sich schätzungsweise weitere 300 bis 400 Rojiblancos versteckt zwischen granatischen Fanblocken. Die Stadtverwaltung rechnet mit der größten Auswärts-Kolonne seit dem Wiederaufstieg 2022.
Doch der Andruck ist mehr als blinder Optimismus. Er ist ein Schulterschluss mit der Mannschaft, die draußen seit Wochen verloren wirkt. Mit nur einem Sieg in den letzten fünf Auswärtsspielen – 1:0 in Huesca – stolpert Rubis Truppe durch die Zweitliga-Provinz. Albacete (1:1), Zaragoza (0:2), Castellón (1:3), Santander (0:1) – die Bilanz liest sich wie ein Lehrbuch für Leichtsinn. Ohne Punkte in Granada droht der Anschluss an die Aufstiegsränge zu kippen.

Die nächste woche wird zur schicksalswoche – mit burgos und gijón wartet das schwerprogramm
Ein Blick auf den Kalender zeigt: Wer bei Granada stolpert, fliegt danach gleich zweimal in die nordische Kühlkammer – Burgos und Sporting Gijón warten in Serie. Deshalb trommeln die Verantwortlichen bereits jetzt: „Wir brauchen einen Auswärts-Akzent, sonst verlieren wir die Spitze“, sagte Sportdirektor Mohamed El Assy nach dem Málaga-Sieg. Trainer Rubi wiederum schickte seine Scouts los, ließ Videos von Granadas letzten Heimspielen schnippeln und setzt am Freitag auf ein verstecktes 4-2-3-1, um die Überzahlmoment der Nazarí einzudämmen.
Die Fans jedenfalls machen sich bereit. Buslinien sind ausverkauft, Autos getauscht, weil 220 Kilometer Strecke plötzlich wie ein Sprint erscheinen. Wer keine Karte ergatterte, hofft auf Restkontingente, die der FC Granada am Mittwoch um 17 Uhr freigibt. Die Wartelisten sind lang, der Sekundärmarkt boomt – 80 Euro für 20-Euro-Tickets sind keine Ausnahme.
Am Ende zählt nur eins: Punkte. Oder besser: drei. Denn wenn Almería auch in Granada strauchelt, bleibt die Auswärtsfluch-Debatte am Leben – und die eigene Anhängerschaft verwandelt sich vom moralischen Boost in zusätzlichen Druck. Los Cármenes wartet. Die Uhr tickt. Die Rojiblancos müssen endlich zeigen, dass sie nicht nur am Mittelmeer, sondern auch im feindischen Andalusien gewinnen können. Der Countdown läuft – 500 Stimmen werden sie begleiten, Tausende Schlagsahne-Seelen hinter ihnen herziehen. Jetzt liegt es an den Spielern, diesen Tsunami mitzunehmen statt sich von ihm überrollen zu lassen.
