Klose kocht vor wut: der club ist nur noch ein schatten
Miroslav Klose hat die Schnauze voll. Nach dem 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf steht der 1. FC Nürnberg mit nur zwei Schüssen aufs Tor da – und mit nur vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Die Saison droht zu kippen, bevor sie richtig begonnen hat.
Die offensive liegt am boden
Julian Justvan schäumt. „Wir verlieren einfach zu viele Bälle“, giftet der Mittelfeldspieler, „das ist extrem nervig.“ Er spricht, was jeder im Frankenstadion denkt: Mit dieser Qualität im Kader müsste der Club oben mitmischen, nicht unten wegducken. Doch die Tabelle lügt nicht. Acht Punkte aus acht Spielen, nur neun Tore in 2026 – das ist Abstiegsform, nicht Aufstiegsform.
Die Zahlen sind brutaler als jede Pressekonferenz. In sieben der letzten acht Partien schoss der FCN maximal ein Tor. Nur gegen Karlsruhe klickte es einmal – 5:1. Sonst: Nullnummern und Niederlagen. Klose forderte ein „anderes Gesicht“, bekam aber nur ein blasses. Jetzt kommt Holstein Kiel, Tabellen-17., gleichwohl ein Sechspunkte-Spiel. Verliert der Club dort, rutscht er rein rechnerisch auf Relegationsplatz 16 – und die Geistersaison wäre Realität.

Kreutzer soll den funken zünden
Am Donnerstag zog der Vorstand den Notstopp: Matthias Kreutzer, Ex-Schalke-Assistent, sofort an Klose Seite. „Er bringt frische Ideen“, schwärmt der Trainer. Gemeint ist: Jemand muss endlich die individuellen Fehler korrigieren, die Standards schärfen, die Nerven beruhigen. Kreutzer hat 48 Stunden, um seine Handschrift sichtbar zu machen – länger gibt ihm die Liga nicht.
Retter könnte Mohamed Ali Zoma werden. Der Top-Torjäger kehrt nach Schulter-OP zurück, neun Saisontreffer hat er vorzuweisen. Beim Gegner trifft man seltener als beim Club, das allein zeigt, wie tief die Krise ist. Klose weiß: „Wir müssen liefern, nicht reden.“ Punkt. Keine Rhetorik, keine Ausreden. Samstag um 13 Uhr in Kiel fällt die Entscheidung: Erstes Aufbäumen oder endgültiger Fall in die zweite Liga-Hölle.
