Klose holt kreutzer: nürnberg reagiert auf abstiegsangst mit machtakt

Miroslav Klose zieht den Notstopp. Nach zwei Siegen aus acht Spielen rückt der 1. FC Nürnberg wieder in den Blickfeld der 2. Bundesliga-Abstiegszone – und der Club reagiert sofort. Matthias Kreutzer, 43, Ex-Schalke-Interimscoach und Bundesliga-Analyst mit 17 Jahren Erfahrung, wird sofort neuer Co-Trainer an der Frankenstraße.

Der plan dahinter: klose entlasten, defensive lücken schließen

Der plan dahinter: klose entlasten, defensive lücken schließen

Die Entscheidung fiel nach internen Zahlen: Seit der Winterpause kassierte der Club 14 Gegentore, nur drei Teams sind schwächer. Kreutzer gilt als Architekt taktischer Mikroanalyse. Beim HSV baute er unter Jol und Labbadia das Videokonzept auf, in Gelsenkirchen half er Büskens beim direkten Wiederaufstieg 2022.

Klose selbst warnte schon nach dem 0:3 in Kiel: „Wir reden zu viel, laufen zu wenig. Kreutzer bringt eine zweite Stimme mit, die Daten spricht und Positionen bis in den Zentimeter korrigiert.“ Für den Kapitän bedeutet das: Weniger Rhetorik, mehr klare Abläufe. Der neue Mann übernimmt vor allem Individual- und Pressingtraining, während Javier Pinola sich auf die Mannschaftsbetreuung konzentriert und Jeromé Polenz die Gegneranalyse verfeinert.

Vorstand Sport Joti Chatzialexiou nennt das „eine Investition in Präzision“. Der Vier-Punkte-Puffer auf den Relegationsplatz ist kein Polster, sondern ein Weckruf. Mit acht Partien bis zur Sommerpause will der Club die 40-Punkte-Marke so schnell wie möglich knacken – ein Schnitt von 1,75 Punkten pro Spiel ist nötig. Kreuters erste Lektion steht bereits fest: Die Rückrunde-Defensive umbauen, ohne die Offensive zu bremsen. Denn nur der Auftritt zählt, nicht die Absicht.