Klopps erster seitenhieb: wm-auftakt hinterlässt bittere nachwirkung
Jürgen Klopp, der neue Fußball-Globaldirektor bei Red Bull, hat bei seinem Debüt als TV-Experte für die deutsche Bundesliga nicht mit Lob gespart. Der ehemalige Liverpool-Coach ließ bereits im ersten WM-Spiel 2026, dem Duell zwischen Mexiko und Südafrika, seine deutliche Meinung über das gezeigte Niveau erkennen – und die war alles andere als schmeichelhaft.

Ein fest der unterbrechungen und verpassten chancen
Das mit großer Erwartung erwartete Eröffnungsspiel der erweiterten WM mit ihren 48 Teams und 104 Partien offenbarte deutliche Schwächen. Mexiko setzte sich zwar am Ende mit 2:0 gegen Südafrika durch, doch das Spielbild war geprägt von zahlreichen Unterbrechungen und taktischen Fehlentscheidungen. Drei Spieler, darunter zwei Südafrikaner, sahen die rote Karte, was zu einem zähen und wenig inspirierenden Duell führte.
Klopp, der nun über die kommenden 40 Tage hinweg als einer der prominentesten Kommentatoren in den USA, Mexiko und Kanada zu hören sein wird, zeigte sich besonders unzufrieden mit der Spielleitung. “Diese Situation fasst das gesamte Spiel zusammen: reine Taktiklosigkeit! Keines der beiden Teams hat wirklich überzeugt. Elf gegen neun und dann wird man im Gegenstoß überrascht? Warum? Weil die Abwehrkette viel zu tief stand. Das war ein generelles Problem während der gesamten Partie. Südafrika hat das überhaupt nicht ausgenutzt. Das war kein Spiel der Extraklasse”, kritisierte der Ex-Coach von Liverpool im ZDF-Interview.
Auch Christoph Kramer, ebenfalls Experte bei der Übertragung und früherer Nationalspieler, konnte dem Debüt nicht viel Positives abgewinnen. “Man spürt eine sehr intensive Atmosphäre, und genau diese Intensität hatte ich erwartet. Ich dachte, dass sich die Räume dadurch öffnen würden. Aber ich hatte dann erwartet, dass sie sich auf die Duelle konzentrieren, und das war nicht der Fall. Es ist schön, dass sie dort spielen, aber es wirkte eher wie ein Benefizspiel”, so Kramer.
Die mexikanische Mannschaft präsentierte sich zwar solide und sicherte sich den Sieg, doch auch hier fehlte es an spielerischer Finesse. Die zahlreichen Karten und die insgesamt fragwürdige taktische Ausrichtung ließen das Spiel unnötig zerfahren wirken. Die Erwartungen an die WM 2026, die erstmals in drei Ländern gleichzeitig stattfindet, wurden durch diesen ersten Eindruck keineswegs erfüllt.
Die Tatsache, dass die ersten beiden jeder Gruppe und die acht besten Dritten in die neue K.o.-Runde einziehen, wird vermutlich zu einer noch größeren Variabilität der Spiele führen. Doch angesichts der gezeigten Leistungen in Mexiko ist fraglich, ob die Fans auf ein Turnier voller Höhepunkte und taktischer Meisterleistungen eingestellt sein können. Klopp hat mit seiner deutlichen Kritik den Finger auf eine Wunde gelegt, die das WM-Organisationskomitee dringend angehen muss.
Die nächste Aufgabe für Klopp und Kramer wird es sein, die weitere Entwicklung des Turniers zu begleiten und zu kommentieren. Ob sie dabei weitere brisante Aussagen abgeben werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Jürgen Klopp hat mit seiner ersten Einschätzung bereits für Gesprächsstoff gesorgt und die Erwartungen an sein Engagement als TV-Experte deutlich erhöht.
