Klopp biegt nach matthäus-attacke ein – rudi völler zog die notbremse
Jürgen Klopp ruderte binnen weniger Stunden zurück – und musste es. Nach seinem Seitenhieb auf Julian Nagelsmann schaltete Rudi Völler persönlich hoch, Lothar Matthäus schaltete verbal durch. Die WM-Stimmung vor dem Curacao-Spiel kippte prompt von Gala-Show in Krisen-Modus.
„Dämlich mit 59“ – klopps spätes eingeständnis
„Ich bin einfach dämlich, das Alter ändert nichts“, sagte der frühere Liverpool-Trainer am Rande des Kantersiegs gegen Curacao. Die Entschuldigung beim Bundestratter folgte postwendend. Klopp wollte offenbar verhindern, dass die Debatte sein mögliches Comeback auf die Tribüne verfolgt. Zu deutlich hatte er in der Mixed Zone kritisiert, Nagelsmann solle „nicht immer nur taktisch glänzen, sondern mal die Seele der Mannschaft sehen“. Ein Satz, der Nagelsmanns Stab sofort aufhorchen ließ.
Der Zeitpunkt war verheerend: zwölf Stunden vor dem ersten WM-Auftritt, mit dem die Nation endlich wieder Spaß am eigenen Team finden sollte. Stattdessen lief die Diskussion, ob Klopp sich als externer Berater aufspielen wolle.

Matthäus schlägt zurück: „typisch jürgen, spruch, schuss, rückzieher“
Sky-Experte Lothar Matthäus ließ im Live-Talk keine Sekunde verstreichen. „Er hat sich entschuldigt, das war das Mindeste. Aber so etwas hätte ihm eigentlich gar nicht passieren dürfen“, wetterte er. Matthäus verwies direkt auf die Gefahr, dass Kommentatoren bei MagentaTV „weiterflachsen“ und weitere unbedachte Sätze produzieren. Die Botschaft: Maul halten, solange die Mannschaft läuft.
Er habe schon vor dem Spiel gewarnt, dass externe Einmischung Gift sei. „Jürgen ist lange genug Trainer gewesen, Thomas Müller ist noch aktiv. Beiden hätte es nicht gefallen, wenn sich bei ihnen jemand von außen einmischt“, so Matthäus. Der Seitenhieb auf Müller – der sich zuvor über „fehlende Spielfreude“ beschwert hatte – sitzt.

Völler zieht die notbremse
DFB-Sportdirektor Rudi Völler schaltete sich persönlich ein. Nach dem 7:1 zog er Klopp und Müller beiseite. „Ich habe klargestellt, dass wir als Verband Geschlossenheit brauchen“, sagte Völler später. Matthäus stellte sich demonstrativ hinter den Ex-Nationalspieler: „Rudi hat zu Recht angemerkt, dass das Thema jetzt erledigt ist. Aber der Schaden für die Außenwirkung bleibt.“
Die Frage, die in den Kabinen kursiert: Wird Klopp künftig als Experte auftreten oder doch als Berater? Die Antwort dürfte sein, dass er bis zum Sommer lieber schweigt. Die Mannschaft will endlich wieder nur über Tore reden – nicht über verbale Eigentore.
