Kleber taumelt in der wüste: lakers schicken rücken-rekordler ins farmteam
Maxi Kleber stapft durch die Hintertür der Crypto.com-Arena, seine NBA-Zukunft hängt an zwei Bandscheiben und einem Farmteam-Flug nach El Segundo. Die Lakers verfrachten den deutschen Forward zu den South Bay Lakers – ein Schritt, der wie ein Protokoll klingt, aber ein lautes Warnsignal für den 34-Jährigen ist.
Neun der letzten zehn Spiele saß er in Straßenkleidung, die Statistik liest sich wie ein chirurgischer Befund: 2,2 Punkte, 1,9 Rebounds, 10,9 Minuten. Die Zahlen schreien nicht „Rotationsspieler“, sie flüstern „Endvertrag“.
Die reha-würfel fallen im g-league-sandkasten
Los Angeles will Kleber „schrittweise an Spielbelastung heranführen“, wie die PR-Abteilung formuliet. Übersetzt: Er muss erst beweisen, dass er überhaupt wieder durchhalten kann. South Bay ist kein Kurzurlaub, sondern ein Testlabor. Dort trainiert er mit Bronny James, dem Sohn des Kings, der prompt mehr Minuten sieht als der Würzburger Veteran.
Die Lakers selbst sind unterwegs – Orlando, Detroit, Indiana – und Kleber steht auf der Verletztenliste wie ein vergessenes Gepäckstück. Seine letzte NBA-Minute datiert vom 8. März gegen die Knicks. Seitdem ticken nur noch zwei Uhren: die seiner Physiotherapeuten und die bis zum 1. Juli, wenn er Free Agent wird.

Der sommer wird kein spaziergang
Ein 34-jähriger Big Man mit chronischen Rückenproblemen und einer Gehaltsobergrenze, die hinter der Luxury-Tax verduftet – das ist kein Markt, das ist ein Kreuzverhör. Teams werden Fragen stellen über Knochendichte, Lastwechsel, Nachtschmerzen. Kleber muss antworten mit Sprungkraft, Dreierquote und vor allem Verfügbarkeit. Drei Dinge, die er in dieser Saison nicht liefern konnte.
Die South Bay Lakers sind sein letzter Probedruck. Fällt er dort durch, fällt er aus der NBA. Fällt er durch, bleiben 450 Plätze auf der Welt, auf denen man Basketball auf höchstem Niveau spielen kann – und er wäre keiner mehr davon.
