Klaus bonsack: drei jahre nach dem tod einer rodellegende

Heute vor drei Jahren, am 5. März 2023, starb Klaus Bonsack. Ein Name, den viele nicht mehr sofort einordnen können – und genau das ist das Problem. Denn was dieser Mann im Rennrodeln geleistet hat, sucht bis heute seinesgleichen.

Vier medaillen, drei spiele, eine ära

Bonsack war kein Spezialist. Er dominierte sowohl den Einsitzer als auch den Doppelsitzer auf absolutem Weltklasseniveau – eine Kombination, die im modernen Rennrodeln schlicht nicht mehr existiert. 1964 in Innsbruck holte er Silber im Einsitzer. 1968 in Grenoble kam Gold im Doppelsitzer mit Thomas Köhler dazu, plus Bronze im Einsitzer. Und 1972 in Sapporo noch einmal Bronze im Doppelsitzer mit Wolfram Fiedler. Vier Medaillen bei drei aufeinanderfolgenden Winterspielen. Jahrzehnte lang war er der einzige Rodler der Welt, dem das gelang.

Erst das deutsche Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt übertrumpfte diese Bilanz – mit acht Medaillen bei vier Olympia-Teilnahmen von 2014 bis 2026, allerdings begünstigt durch die neu eingeführte Teamstaffel. Das Fundament, das Bonsack legte, bleibt davon unberührt.

Der kufenskandal von grenoble – eine offene wunde

Der kufenskandal von grenoble – eine offene wunde

Bonsack war 1968 Teil des ersten eigenständigen DDR-Teams bei Olympischen Spielen. Und genau dort spielte sich eines der schmutzigsten Kapitel der Sportgeschichte ab. Die DDR-Rodlerinnen führten nach zwei von vier Läufen das Feld an. Dann beantragte der westdeutsche Mannschaftsleiter Richard Hartmann eine Kontrolle der Kufentemperatur – mit der Behauptung, die DDR-Athletinnen seien mit beheizten Kufen gefahren.

Das Ergebnis war ein handfester Skandal: Alle drei DDR-Rodlerinnen wurden disqualifiziert. Die Italienerin Erika Lechner wurde zur Siegerin erklärt, dahinter folgten zwei Athletinnen aus der Bundesrepublik. DDR-Funktionäre sprachen von einem gezielten politischen Angriff. Ob das stimmte oder nicht – der „Kufenskandal von Grenoble