Kläbo frisst falun zum frühstück – 109. sieg, wm-blick 2027 schon fix

Er spielt, wann er will. Johannes Hösflot Kläbo jagt keine Rekorde mehr, er stellt sie einfach ab. Nach 15 Kilometern Skiathlon in Falun streckte der Norweger die Arme nicht einmal nach oben – nur ein kurzer Handwinken ans Publikum, als hätte er mal eben den Müll runtergebracht. Die Uhr zeigte 42:03,6 Minuten, das 109. Weltcup-Tor in seiner Sammlung.

Silber und bronze bleiben im norden, deutschland schaut von weitem

Harald Östberg Amundsen und Martin Löwström Nyenget machten den nordischen Dreiklang perfekt. Dahinter rutschte Florian Notz auf Rang 24, neun Sekunden hinter dem Letzten, der noch Hoffnung hatte. Der Bayern verballert im Ziel keine Energie auf Frust, nur ein Satz: „Er fährt eine andere Liga.“

Die Zahl nagt an der Konkurrenz. 108, 109 – wer zählt da noch mit? Kläbo selbst. Nach dem Rennen sprach er kein Wort über Ehrgeiz, sondern über „Terminplanung“. Denn in Falun steigt 2027 die WM. Er ist in allen sechs Disziplinen Titelverteidiger. „Ich kenne hier jede Ecke, jeden Schatten“, sagte er. Das klang nicht wie Ankündigung, sondern wie Tatsache.

Der sprint war vorspeise, der skiathlon das warme gericht

Der sprint war vorspeise, der skiathlon das warme gericht

Samstag gewann er den Sprint, Sonntag den Skiathlon – beide Male mit demselben Gesichtsausdruck: keiner. Erst 300 Meter vor dem Ziel schaltete der 29-Jährige vom lockeren Dauerlauf in den Zeitfahren-Modus, ließ Amundsen zwei Sekunden, Nyenget vier Sekunden stehen. Die Konkurrenten wirkten wie Statisten, die sich verplappert hatten.

Loftseterne, der norwegische Coach, nahm die Frage nach der nächsten Zielmarkierung mit einem Schulterzucken entgegen: „Er trägt die Krone, wir tragen die Taschen.“ Kein Trainerlob, eher Feststellung.

Deutschland kann nur zuschauen. Das DSV-Team feierte in Falun keine Top-15-Platzierung. Notz’ 24. Rang ist bereits das Highlight des Winters. Sportlich betrachtet ist die Kluft so groß wie der Skispur zwischen Oslo und Garmisch.

Die Saison wirft bereits den Schatten der nächsten. In neun Monaten beginnt der WM-Zirkus in Falun – und Kläbo hat schon die ersten sechs Tickets gebucht. Die Gegner tragen im Moment nur Nummern, keine Namen. Wer ihm die Krone nehmen will, muss nicht schneller werden. Er muss eine neue Sportart erfinden.