Chivu attackiert medien-mythen – warum der inter-knall jetzt folgt
Cristian Chivu hat genug. Nach dem 2:0 gegen Genua donnerte der Inter-Coach gegen die «Geschichte, die nichts mit der Wahrheit zu tun hat» – und meinte damit die Medien, die seiner Meinung nach ein ganzes Jahr lang nur nach europäischem Blut lechzen. Dabei liegt die Nerazzurri in der Serie A mit Rekord-Punkten nach 27 Spieltagen vorn, so weit weg wie nie zuvor. Doch das reicht nicht.
Die champions-league-pleite brennt löcher in die kasse
Giuseppe Marotta rechnete fest mit den 15 Millionen Euro für das Achtelfinale. Die flogen weg, als Bodo/Glimt nach dem Eis-Krimi in Norwegen auch noch den Giuseppe-Meazza einfrier ließ. Fünf Niederlagen in zehn Europapokal-Spielen – das ist für Inter ein Finanz- und Prestige-Desaster. Chivu weiß das, er spricht es offen aus, doch er weigert sich, sich zum Sündenbock machen zu lassen.
Der Rumäne stellt klar: Im Rückspiel fehlten Lautaro, Calhanoglu, Dumfries. Barella und Thuram liefen auf Sparflamme. Nach drei Wochen Champions-League-Vorbereitung sei eine «andere Athletik» nötig gewesen – ein Seitenhieb auf den Kader, der im Winter nicht verstärkt wurde. Er habe die Spieler vor der Kabinentür postiert, Mourinho-Stil, und ihnen ins Ohr geflustert: «Erst das Scudetto, dann reden wir.»

Die wahrheit: italien schläft, inter profitiert – und kassiert trotzdem kritik
Atalanta ist das einzige italienische Team in der Champions-League-K.o.-Runde. Das sagt mehr über die Serie A als über Inter. Chivus Mannschaft dominiert, weil kein ernsthafter Rivale den Meister-Sprint mitgemacht hat. Milan stolpert, Juve zahlt, Napoli taumelt. Die Konkurrenz lieferte keine Handschrift, sondern eine Einladung. Trotzdem wird der Coach für das europäische Debakel verantwortlich gemacht.
Die Kurve hält dagegen. Die Curva Nord skandierte seinen Namen, als die Journalisten schon die Grabrede für das Champions-Jahr schrieben. Chivu spürt den Rückenwind – und weiß, dass er nur zwei Trophäen gleichzeitig holen kann. Das Double aus Meisterschaft und Coppa Italia würde ihn in die Inter-Geschichte einreihen. Nur Mourinho schaffte das bisher.
Martedi in Como droht das nächste Finale. Gewinnt Inter auch den Pokal, verstummen selbst die lautesten Erzähler. Verliert die Truppe, kehrt die «narrativa lontana dalla realtà» zurück – und Chivu bleibt die lästige Pflicht, die Geschichte immer neu aufzuschreiben. Die Wette läuft, das Roulette steht auf Schwarz oder Rot. Für den Trainer zählt nur: Jetzt zahlt sich aus, was man im Sommer gepflanzt hat. Alles andere ist Rauschen.
