Kipruto: dopingsperre verkürzt – kenianer muss 5 statt 6 jahre pausieren
Ein Urteil, das in der Leichtathletik-Szene für Aufsehen sorgt: Der kenianische Mittelstreckenläufer Rhonex Kipruto muss seine Strafe für eine Dopingsünde verkürzen. Das TAS hat seine Sperre von sechs auf fünf Jahre reduziert – ein Ergebnis, das viele Fragen aufwirft.

Die details des falls: was wirklich geschah
Bereits im Mai 2024 hatte das Disziplinarverfahren der Athletics Integrity Unit (AIU) Australiens Kipruto wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln zu einer sechsjährigen Sperre verurteilt. Der Grund: Anomalien im Athleten-Biologischen Pass (PBA). Kipruto hatte stets vehement seine Unschuld beteuert und die Auffälligkeiten in seinem PBA auf natürliche Körpermerkmale, medizinische Probleme und gesundheitliche Beschwerden zurückgeführt. Diese Argumentation wies das Disziplinarverfahren jedoch zurück und kam zu dem Schluss, dass die Anomalien wahrscheinlich auf eine Blutfälschung zurückzuführen seien.
Kipruto legte daraufhin im Juni 2024 Berufung beim TAS ein und forderte die Aufhebung des Urteils. In einem langen juristischen Tauziehen, das mit einer hybriden Anhörung in Lausanne im November 2024 gipfelte, wurden die Beweise und Gutachten der Parteien eingehend geprüft. Das TAS bestätigte letztendlich, dass Kiprutos Profil tatsächlich auf eine Blutfälschung hindeutet, wies aber gleichzeitig die von ihm angeführten medizinischen Erklärungen zurück.
Ein entscheidender Punkt, der die Reduzierung der Strafe ermöglichte, war die Überprüfung der Härteausgleiche. World Athletics hatte ursprünglich eine Gesamtstrafe von sechs Jahren gefordert, wovon vier Jahre auf den eigentlichen Dopingverstoß und zwei Jahre auf erschwerende Umstände entfielen. Diese Umstände umfassten frühere Dopingfälle und den Vorwurf eines gezielten und ausgeklügelten Dopingregimes. Das TAS reduzierte die zusätzlichen zwei Jahre nun auf ein Jahr, da die Umstände nicht in dieser Härte vorlagen. Eine Entscheidung, die zeigt, dass auch im Dopingfall die Verhältnismäßigkeit eine Rolle spielt.
Die Konsequenzen für Kipruto sind dennoch gravierend: Seine Ergebnisse ab dem 2. September 2018 werden annulliert, und er muss bis zum 11. Mai 2023 pausieren. Eine lange Zeit, die seine Karriere nachhaltig beeinträchtigen wird. Die Frage, wie sich dieser Fall auf das Image der kenianischen Leichtathletik auswirken wird, bleibt jedoch offen. Kipruto hatte zuvor bei der Weltmeisterschaft 2019 in Doha Bronze über 10.000 Meter gewonnen und bei der Diamond League in Stockholm im selben Jahr den Sieg errungen – Erfolge, die nun in Frage gestellt werden.
