Kimmich packt aus: 95 % sicher, dass bayern-vergangenheit kam

Es hätte die Bombe des Sommers 2024 werden können. Joshua Kimmich, Kapitän und Gesicht des FC Bayern, stand kurz vor einem Absprung – nicht irgendwohin, sondern ins Herz des Gegners Paris Saint-Germain. Erstmals spricht er in der neuen ZDF-Doku „Kapitän Kimmich“ offen über die Tage, in denen er sich 95-prozentig vom Rekordmeister verabschiedet sah.

Die Kameras von Jan Mendelin begleiteten den 31-Jährigen zwei Jahre lang. Was jetzt ans Licht kommt, ist mehr als ein lockerer Gedankenspiel: Es ist ein innenpolitischer Erdbebenbericht aus der Säbener Straße.

Bayern signalisierte verkaufsbereitschaft

„Ich hatte das Gefühl, dass die Bayern sehr offen sind, mich abzugeben“, sagt Kimmich in der Doku. Das klingt nüchtern, trifft aber wie eine Kehrseite. Denn der Mittelfeld-General fühlte sich nicht nur unverstanden, sondern auf dem Transfermarkt positioniert. Max Eberl bestätigte ihm direkt: „Wenn du weg möchtest, dann bist du zum Verkauf.“ Für Kimmich war das Signal klar – Vertrauen ersetzt durch Verhandlungsmasse.

Psg setzte auf familienanschluss

Psg setzte auf familienanschluss

Während die Bayern-Zukunft bröckelte, schaltete Paris einen Gang höher. Im Februar 2025 landete Sportdirektor Luis Campos heimlich in München, setzte sich in Kimmichs Wohnzimmer und legte Zahlen auf den Tisch, die selbst Profis still werden lassen. Seine Frau Lina flog undercover nach Paris, besichtigte Schulen, spielte mit Stadtteilen. Trainer Luis Enrique empfing sie persönlich auf dem Camp des Loges. „Das hat mich gecatcht“, gibt Kimmich zu.

Doch es war mehr als ein Millionen-Angebot. PSG wollte ausgerechnet den Recken mit Erfahrung, um den sie junges Juwel Désiré Doué drehen können. Kimmich sollte das Feuer der Champions-League-Ambitionen schüren, nicht nur mit Präsenz, sondern mit DNA.

Kompany und die wende

Kompany und die wende

Am Ende triumphierte nicht das Geld, sondern ein Telefontrag aus Belgien. Vincent Kompany, Bayern-Coach seit Sommer 2024, schwor Kimmich eine neue Rolle zu: Anführer statt Verhandlungsmasse. „Ich hab noch nie ein so großes Vertrauen gespürt“, sagt der Nationalspieler. Hinzu kam die Kapitäns-Kompetenz: Die Bosse signalisierten, dass er Nachfolger von Manuel Neuer werde.

In einer Nachtssitzung mit Lina und den gemeinsamen Kindern wurde entschieden: Die Familie bleibt in München, der Vertrag läuft bis 2029. Ironie des Fußballs – nach dem Halbfinal-Aus gegen eben jenes PSG im Mai 2026 sagt Kimmich lachend: „Es war richtig, dass ich verlängert habe.“

Zwei Jahre intensive Kameraarbeit, ein offensichtliches Liebescomeback und eine Lektion für alle Klubbosse: Wenn man den eigenen Kapitän vor die Tür setzt, sollte man sich nicht wundern, wenn draußen ein Königreich wartet.