Kimmich klettert auf klinsmann-niveau: 108 länderspiele, ein schritt vor der legende

Joshua Kimmich hat gegen Ghana nicht nur das Spiel gedreht, er hat sich selbst in die Geschichtsbücher geschrieben. Mit seinem 108. Länderspiel zieht der 31-Jährige mit Jürgen Klinsmann gleich – und das in einem Alter, in dem der ehemalige Stürmer bereits als fertig galt.

Die Zahl steht für Beständigkeit. Für Dauerfeuer. Für einen Spieler, der seit neun Jahren jeden Coach überlebt hat, jeden Systemwechsel mitgemacht hat und trotzdem nie länger als drei Spiele fehlte. Kimmich ist kein Regisseur mehr, er ist das Metronom der Nationalelf.

Der neue maßstab heißt kimmich

Der neue maßstab heißt kimmich

Während Matthäus‘ 150 Spiele seit 24 Jahren unantastbar wirken, rückt Kimmich mit jedem Einsatz ein Stück näher an die Unmöglichkeit heran. Bei seiner aktuellen Quote von 9,6 Spielen pro Jahr würde er Matthäus mit 34 Jahren einholen – mitten in der nächsten WM-Vorbereitung. Der DFB plant längst mit einem Kapitän, der seine Kinder noch an die Hand nehmen kann, wenn er Rekord wird.

Antonio Rüdiger? Kam in der 61. Minute, kletterte auf Rang 29. Nett. Aber neben Kimmich wirkt selbst der Weltmeister wie ein Gast auf der eigenen Feier. Die wahre Verschiebung findet in der Zehner-Zone statt, wo ein einstiger Rechtsverteidiger zum Inbegriff deutscher Zuverlässigkeit mutiert ist.

Kai Havertz traf zum 2:1. Sein 21. Länderspieltor reicht für Platz 29. Bei Gnabry sind es 26 – und beide wurden 2018 noch als „Generation Sané“ verklärt. Jetzt dienen sie als Mahnmal: Tore vergolden keine Karrieren mehr, nur Konstantanz sichert den Platz.

Die Liste der DFB-Rekordspieler liest sich wie ein Abgesang auf eine Epoche. Lahm, Schweinsteiger, Podolski – alle Weltmeister, alle längst im Ruhestand. Kimmich spielt weiter. Nicht um mit ihnen zu reden, sondern um sie zu überholen.