Kimmich hofft auf wm-effekt: patriotismus und zusammenhalt für deutschland?

Houston – Joshua Kimmich, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, äußert im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Amerika einen kühnen Wunsch: Er hofft, dass der sportliche Erfolg des Teams einen positiven gesellschaftlichen Effekt auslösen kann. Ein Aufbruch, der weit über die sportliche Leistung hinausgeht.

Ein neuer anstoß für die nation?

Ein neuer anstoß für die nation?

Im BILD-Interview, veröffentlicht kurz vor dem ersten Gruppenspiel gegen Curacao (heute, 19.00 Uhr MESZ, ARD und MagentaTV), betonte Kimmich sein Ziel: „Ich würde mir wünschen, dass in Deutschland wieder ein positiver Patriotismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt möglich ist.“ Die Mannschaft habe die „Riesenchance, in Deutschland für Begeisterung und Freude zu sorgen“, so der Kapitän. Er sprach von Unzufriedenheit und gesellschaftlicher Unruhe im Land, in denen der Sport eine „große Chance“ sehen könnte.

Kimmich zieht dabei Parallelen zum „Sommermärchen“ von 2006. „Vielleicht können wir einen ähnlichen Anstoß geben, wie es damals der Fall war“, erklärte er. Die Erinnerung an die WM vor fast zwei Jahrzehnten, als Deutschland trotz einer nicht überragenden Mannschaft ein Land im Fußballfieber versetzte, liegt noch immer in den Köpfen vieler. Ob Kimmichs Hoffnungen erfüllt werden können, bleibt abzuwarten.

Die Erwartungen sind hoch. Nicht nur die Fans, sondern auch der Kapitän selbst, drückt den Wunsch aus, Deutschland stolz zu machen. Die politische und gesellschaftliche Lage in Deutschland ist angespannt, und Kimmich sieht im Sport eine Möglichkeit, eine positive Wende einzuleiten. Aber kann ein Fußballspiel tatsächlich mehr als nur Sport bieten? Kann es wirklich die Wunden einer gespaltenen Gesellschaft heilen oder zumindest verbinden?

Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Kimmichs Vision von einem „neuen Sommermärchen“ Wirklichkeit wird. Aber eines ist sicher: Die Nationalmannschaft trägt eine große Verantwortung – nicht nur auf dem Platz, sondern auch für die Stimmung im Land.