Kiel-coach jicha entrüstet: „nicht die werte, für die ich arbeite!“, nach remis gegen eisenach
THW Kiel hat am Ostersamstag nur einen Punkt gegen den ThSV Eisenach erkämpft – ein Ergebnis, das Trainer Filip Jicha sichtlich schockiert zurückließ. Die Leistung seiner Mannschaft, insbesondere in der ersten Halbzeit, riss den Coach völlig aus der Bahn. Die Enttäuschung ist greifbar, die Selbstkritik unerbittlich.
Ein fehlstart, der zum kopfzerbrechen führt
Bereits nach 20 Minuten lagen die Kieler mit fünf Toren im Rückstand. „Ich bin unfassbar enttäuscht und sauer, bei solch einer grandiosen Kulisse diese Leistung zu sehen“, wetterte Jicha. Es sei nicht die Art von Spiel, die er bei THW Kiel erwartet und fördert. Die Fans, die in der Halle versammelt waren, um einen leidenschaftlichen Kampf zu erleben, sahen stattdessen eine Leistung, die hinter den Erwartungen zurückblieb. „Das sind nicht die Werte, mit denen ich für diesen Verein gearbeitet habe und arbeite.“
Die Tatsache, dass Eisenach mit dem Glauben an einen Punktgewinn ins Spiel ging, lag laut Jicha auch in der Verantwortung der Kieler Spieler. „Wie wir das Spiel angefangen haben, das war nicht in Ordnung, war nicht professionell. Das ist mit den Aussagen der Spieler nicht vereinbar.“ Der Coach machte deutlich, dass die Einstellung seiner Mannschaft in der Anfangsphase nicht professionell war und den hohen Ansprüchen eines Handball-Bundesliga-Spiels bei Weitem nicht gerecht wurde.

Schiedsrichterentscheidungen im fokus – aber nicht priorität
Die Schlussphase des Spiels sorgte für zusätzliche Kontroversen, als die Schiedsrichter nach einem Videobeweis ein Tor der Gäste wegen eines Schrittfehlers annullierten und Peter Walz eine Zeitstrafe verhängten. Jicha äußerte sich dazu nur kurz: „Die Schiedsrichter-Entscheidungen in der Schlussphase waren für mich nicht nachvollziehbar.“ Die Diskussionen um den Videobeweis blieben jedoch im Hintergrund, da Jicha die Kritik an der eigenen Leistung in den Vordergrund stellte.
„Heute war ein Spiel, in dem man Worte Taten folgen lassen muss“, betonte der Coach. Er wolle sich nicht auf die Umstände konzentrieren, die letztlich zum Punkt führten, sondern stattdessen die Probleme in der Anfangsphase thematisieren. „Mir liegt am Herzen, nur über diese ersten 20 Minuten zu sprechen, in denen wir mit fünf Toren hinten liegen. Das darf nicht passieren, und es ist enttäuschend, dass wir es trotz dieser grandiosen Kulisse am Ostersamstag nicht besser gemacht haben.“
Die Rettung durch eine Drei-Tore-Serie zum 30:30 war zwar ein Lichtblick, doch Jicha ließ keinen Zweifel daran, dass die Leistung insgesamt unzureichend war. Die Verpflichtung, in Zukunft von Beginn an mit mehr Intensität und professioneller Einstellung anzutreten, ist nunmehr eine klare Vorgabe. Die Suche nach den Gründen für diesen Fehlstart und die Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der Mannschaftsleistung werden in den kommenden Trainingseinheiten höchste Priorität haben. Nur so kann THW Kiel im Kampf um die begehrten CL-Plätze wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.
