Kiel und hannover fix, melsungen bangt: europas handball-kracher steht bevor
Die letzten Sirenen ertönen am Donnerstag, und plötzlich wird die European League zur Achterbahn. THW Kiel und TSV Hannover-Burgdorf haben ihre Viertelfinal-Tickets schon in der Tasche – doch dahinter tobt ein Ping-Pong aus Tordifferenzen, die den Unterschied zwischen Play-off-Heimrecht und vorzeitigem Urlaub bedeuten.
Gruppe I ist längst durchgerechnet. Kiel reist als erster deutscher Club mit 10:0-Punkten nach Flensburg, wo das Nordderby zur Prestige-Runde wird. Die SG will zwar ihr Gesicht wahren, doch die Zweitplatzierung ist bereits sicher. Hinten raus macht nur noch Bidasoa Irun die Statistik – punktelos, aber nicht chancenlos auf Prestige.
Porto verspielt heimvorteil – skanderborg droht die riesenfalle
Gruppe II liefert das Drama schlechthin. Drei Klubs – Porto, Skanderborg-Aarhus, Elverum – trennen null Punkte. Porto verlor daheim gegen die Dänen 28:33 und muss nun in Jütland gewinnen, um das Viertelfinal-Ticket nicht aus der Hand zu geben. Elverum hinkt in der Gesamtdifferenz zwei Treffer hinterher; das ist so wenig wie ein verwandelter Siebenmeter in der 59. Minute – und so viel wie ein ganzer Sommerurlaub.

Melsungen braucht einen k.o. in skopje
MT Melsungen hat die Rechnung selbst in der Hand, aber die ist vertrackt. Sieg bei Vardar 1961 und die Hessen steigen direkt auf. Verlust oder Remis, und sie rutschen in die Play-offs, wo sie nicht mehr Heimrecht haben. Der 35:40-Dämpfer in Lissabon nagt noch an den Köpfen, doch die 63:60-Bilanz gegen Kristianstad gibt Selbstvertrauen. Benfica und die Schweden duellieren sich nur noch um Platz drei – für die Portugiesen reicht ein Unentschieden, weil sie den direkten Vergleich gewonnen haben.
Hannover jubelt, nexe plant den coup
TSV Hannover-Burgdorf ist bereits Gruppensieger, doch der Gegner will die Recken nicht reiten lassen. RK Nexe Nasice, Kadetten Schaffhausen und Fredericia HK stehen bei vier Punkten. Die Kadetten gewannen in Dänemark 32:30, doch die 61:61-Bilanz gegen Nexe macht die Tordifferenz zum Zünglein an der Waage. Sollte es in beiden letzten Spielen Remis geben, streichen die Statistiker die Ergebnisse gegen Hannover – und plötzlich stehen die Kadetten vorne, während Fredericia leer ausgeht. Kopfrechnen inklusive.
Die Play-off-Paarungen stehen bereits fest: 31. März und 7. April entscheiden sich die Tickets fürs Viertelfinale. Wer daheim beginnt, hat historisch gesehen 67 % der Aufstiege auf seiner Seite – kein Pappenstiel in einem Wettbewerb, in dem Tore in Hundertstelsekunden zählen. Die Kugel rollt wieder, und mit ihr die Köpfe. Für Kiel und Hannover ist es ein Schaulaufen, für die Verfolger ein Sprint über offene Risse. In der European League zählt am Ende nicht nur das Tor, sondern die Differenz, die daraus wird.
