Khusanov: vom fehlstart zum neuen 'kaiser' bei city?
Manchester – Abdukodir Khusanov, der 29. Februar 2004 in Taschkent geborene Angreifer, schien beim Manchester City zunächst ein teurer Fehlkauf zu sein. 40 Millionen Euro für den Transfer vom Lens – eine Summe, die sich für den jungen Uzebisten als schwere Bürde erwies. Sein Debüt gegen Chelsea, trotz des letztendlichen 3:1-Sieges, hinterließ einen bitteren Nachgeschmack, als er in nur vier Minuten einen Elfmeter verschenkte und die gelbe Karte erhielt.

Sprachbarriere und guardiola's humor
Die Verständigung auf dem Platz und abseits davon war zunächst ein Problem. „Er spricht kein Englisch“, gab Pep Guardiola lachend zu, „also habe ich nicht viel mit ihm gesprochen. Er wird es lernen müssen, Russisch oder Usbekisch, um sich mit ihm zu verständigen.“ Dieser augenzwinkernde Kommentar sollte die Situation entschärfen, doch die Herausforderungen für Khusanov waren real.
Doch der junge Uzebistane bewies Charakter. Sein zweites Spiel im Pokal gegen Leyton Orient krönte er mit einem Treffer. Plötzlich wurde er zum Stammspieler, und Guardiola lobte ihn in den höchsten Tönen: „Er hat gegen Chelsea, Orient, Newcastle, Madrid und Liverpool hervorragend gespielt. Er kann ein großer Spieler werden. Er hat enormes Potenzial, ist blitzschnell und verfügt über eine ausgezeichnete Ballkontrolle. Seine Entscheidungsfindung muss sich noch verbessern, aber das ist eine Frage des Alters.“
Ein holpriger Weg
Die Reise war jedoch alles andere als geradlinig. Ein Eigentor gegen Brighton (2:2) und eine weitere gelbe Karte im Pokalspiel gegen Bournemouth führten zu einer Phase der Isolation. Zwölf Spiele verbrachte Khusanov ohne Einsatz. Lediglich im 6:0-Sieg gegen Al Ain im Klub-Weltpokal durfte er wieder einige Minuten (61.) sammeln. Eine Sprunggelenksverletzung, die ihn sieben Spiele kostete, bremste seinen Aufstieg zusätzlich. Bis zum Jahreswechsel kam er auf lediglich 11 Einsätze.
Seit Beginn des neuen Jahres hat sich das Blatt jedoch gewendet. Khusanov ist unumstösslich, bestritt 24 von 26 Spielen als Stammspieler und absolvierte neun Partien über die volle Distanz. Seine Schnelligkeit und präzisen langen Pässe brachten ihm im März die Auszeichnung zum 'Spieler des Monats' ein.
Guardiola schwärmt: „Er ist sehr intelligent. Ich dachte immer, er sei zu physisch, zu stark und zu schnell, um denken zu können, aber das Gegenteil ist der Fall. Er trifft immer die richtigen Entscheidungen. Er ist blitzschnell. Seine Erholungsfähigkeit ist eine seiner größten Stärken.“
Haaland ist beeindruckt
Selbst Erling Haaland, der norwegische Torjäger, ist von Khusanovs Entwicklung beeindruckt: „Er ist unglaublich. Es ist nicht einfach, in ein neues Land zu ziehen und die Sprache nicht zu sprechen. Es ist schwierig, mit dem Druck umzugehen, zumal er der erste usbekische Spieler in der Premier League ist.“
In der jüngsten 0:1-Niederlage gegen Burnley zeigte Khusanov einmal mehr seine Klasse. Mit einer Passquote von 94% in der Spielgestaltung, sieben gewonnenen Zweikämpfen, fünf Klärungen und einer entscheidenden Parade gegen Quilindschy Hartman bewies er sein ungemein hohes Spielverständnis. Khusanov hat seine Rolle bei City gefunden, und das Team ist mit ihm auf Kurs. Das ist nicht nur ein Erfolg für den Spieler, sondern auch für den usbekischen Fußball.
