Kharchenkov lacht über shove, schießt arizona ins elite eight

San Jose – Ein Schubser, ein Lächeln, 15 Punkte. Ivan Kharchenkov hat die Arizona Wildcats mit kaltem Blut und heißen Freiwürfen ins Elite Eight gebracht. Der 19-jährige Swingman aus München zerlegte Arkansas mit 109:88, ignorierte den Frust der Gegner und kochte sich nach dem Spiel lieber Nudeln als Champagner.

Richmonds rempler war ein geschenk

7:12 Minuten vor Ende schubste Billy Richmond II den Deutschen abseits des Spiels einfach um. Disqualifiziert. Kharchenkov rappelte sich auf, grinste und trat an die Linie. „Er zeigt mir, dass er am Ende ist“, sagte er später, „das tankt mich auf.“ Den Freiwurf versenkte er nicht, aber den Rest der Nacht schon. 15 Zähler, 5 Assists, 0 Nerven.

Die Wildcats trafen 64 % ihrer Würfe, versenkten nur acht Dreier und ernteten trotzdem 109 Punkte – ein Offensivfeuerwerk, das Arkansas schon zur Pause mit 54:33 verschmoren ließ. Kharchenkovs Bilanz: 4/6 Feld, 7/10 Linie, keine Sekunde gezittert.

Purdue wartet, flüche gelten nicht

Purdue wartet, flüche gelten nicht

Nun steht 2-Seed Purdue bereit, das letzte Hindernis vor dem ersten Final Four von Arizona seit 1998. Kharchenkov shruggt. „Flüche sind was für Fans, nicht für Spieler“, sagt er und packt stattdessen seine Köpfe zusammen. Sonntag, 1.49 Uhr deutscher Zeit, SAP Center – dann geht es um den Einzug in den letzten Vier.

Kein Instagram-Hype, keine Party. „Ich koche mir was, gucke Film, schlafe“, erzählt er. „Morgen ist Schluss mit lustig.“ Die Zahlen sprechen für ihn: 13,7 Punkte im Turnier, 48 % Feld, 88 % Freiwurf. Und eine Unbeirrtheit, die selbst einen disqualifizierten Gegner lächeln lässt.

Schlägt Arizona durch, ist Kharchenkov der erste Deutsche im Final Four seit Moritz Wagner 2018. Keine Flucht, keine Flüche – nur ein Junioren-Nationalspieler mit Pfanne und Plan.