Kharchenkov jagt college-krone: deutsche spieler erobern die usa!
Die March Madness ist in vollem Gange – und deutsche Basketballer spielen eine überraschend große Rolle. Während sich Bundesliga-Profis auf die Playoffs konzentrieren, kämpfen junge Talente in den USA um den begehrten College-Titel. Ein Name sticht dabei besonders hervor: Ivan Kharchenkov.
Millionenjob statt bundesliga-duell
Statt am Wochenende mit dem FC Bayern gegen den Mitteldeutschen BC zu spielen, tritt Kharchenkov vor rund 70.000 Zuschauern im NFL-Stadion der Indianapolis Colts an. Der 19-jährige Nationalspieler hat sich mit den Arizona Wildacts ins Final Four der March Madness gekämpft – ein Sprung, der ihm beim Wechsel in die Staaten deutlich höhere Einnahmen garantiert als beim deutschen Meister. Die Rechnung ist einfach: NIL – Name, Image and Likeness – hat das College-Basketball verändert.
NIL, das Ergebnis eines wegweisenden Gerichtsurteils, erlaubt es Athleten, als Studenten Geld zu verdienen, sei es durch Marketing oder Werbeverträge. Aus jungen Talenten, die einst in der Hoffnung auf einen NBA-Vertrag die horrenden Studiengebühren erlassen bekamen, sind de facto Profis geworden – mit lukrativen Nebenjobs. Spieleragent Milan Nikolic schätzt, dass die meisten deutschen Talente zwar „unter 100.000 Euro“ verdienen, aber dennoch „ein Vielfaches dessen“ erhalten, was sie in Deutschland bekämen.
Ein Exodus, der die Bundesliga Kopfzerbrechen bereitet, so der Sport-Geschäftsführer des FC Bayern, Dragan Tarlac. Alba Berlin teilt diese Sorge: „Wir versuchen uns anzupassen, aber uns fehlen die Kapazitäten, gewisse junge Talente hierzubehalten.“ Die Clubs in Europa sehen sich mit leeren Kassen wieder, da Unis keine Ablösesummen für die Spieler zahlen müssen.

Deutsches quartett im kampf um den titel
Neben Kharchenkov sind auch Malick Kordel, Eric Reibe und Dwayne Koroma Teil dieses deutschen Auslands-Quartets. Kordel läuft für Michigan auf, während Reibe und Koroma mit den UConn Huskies ein sensationelles Comeback hingelegt und ebenfalls das Halbfinale erreicht haben. Das Duell zwischen Arizona und Michigan am Sonntag (2.54 Uhr MESZ) verspricht ein deutsch-deutsches Kräftemessen zu werden, während UConn zuvor (0.09 Uhr MESZ) gegen die Fighting Illini antritt.
Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder sieht die Entwicklung positiv: „Ich finde es gut, dass viele Europäer eine geile Plattform bekommen und so viel Geld machen, dass sie ihrer Familie helfen können.“ Auch wenn der deutsche Markt durch die 6-plus-6-Regel (mindestens sechs Spieler mit deutschem Pass im Kader) erschwert wird, so sieht er doch langfristig Potenzial für eine Qualitätssteigerung.
Alba-Manager Ojeda verfolgt einen pragmatischen Ansatz: „In Verbindung bleiben. Denn wenn sie mit dem College fertig sind, könnten sie wieder für Alba spielen.“ Die Zeit wird zeigen, ob dieser Plan aufgeht. Doch eines ist klar: Der Exodus deutscher Basketballtalente in die USA ist ein Trend, der die Bundesliga vor große Herausforderungen stellt.
