Kevin kuske: gold-ambitionen und potsdamer bob-tradition

Kevin kuske: gold-ambitionen und potsdamer bob-tradition

Kevin Kuske, der erfolgreichste Bob-Sportler bei Winterspielen aller Zeiten, blickt optimistisch auf die Olympischen Spiele 2026. Im Interview mit rbb|24 spricht der gebürtige Potsdamer über die Chancen der deutschen Bob-Teams, die Bedeutung der Tradition in seiner Heimatstadt und die Herausforderungen, denen sich der Sport gegenübersieht. Kuske, selbst vierfacher Olympiasieger und zweifacher Silbermedaillengewinner, ist heute Trainer und verfolgt die Entwicklung seiner Athleten mit großer Spannung.

Vorbereitung auf olympia: der countdown läuft

Die Wettkämpfe der deutschen Bob-Teams beginnen am 12. Februar in Italien. Kuske wird einen Tag später nachreisen, um die Athleten vor Ort zu unterstützen und als Experte für Eurosport zu arbeiten. Er betont die intensive und erfolgreiche Vorbereitungszeit, die die Grundlage für mögliche Erfolge bilden soll. „Die Wettkämpfe meiner Jungs beginnen am 12. Februar. Ich fliege einen Tag später hinterher und stehe für Eurosport an der Bahn und darf die Interviews führen,“ so Kuske.

Die sehnsucht nach dem eiskanal

Die sehnsucht nach dem eiskanal

Trotz seiner erfolgreichen Karriere als Athlet verspürt Kuske gelegentlich noch die Sehnsucht nach dem Adrenalin des Bobfahrens. „Ich habe meine guten Zeiten gehabt und bin Realist. Für Olympia würde das nicht mehr reichen. Aber ich fahre tatsächlich noch immer wieder runter, wenn ich als Bundestrainer im Nachwuchsbereich unterwegs bin,“ gesteht er. Auch die Teilnahme an der Senioren-EM steht in der kommenden Saison auf dem Programm, was seine Leidenschaft für den Sport unterstreicht.

Gold-ambitionen für fleischhauer und lochner

Gold-ambitionen für fleischhauer und lochner

Kuske sieht besonders gute Chancen für Georg Fleischhauer und Johannes Lochner im Zweierbob. „Da kann es nur um eine Legierung gehen – und das ist Gold,“ sagt er überzeugt. Die beiden Athleten seien athletisch in Topform und die Vorbereitung habe perfekt funktioniert. Die enge Zusammenarbeit mit Kuske und die Liebe zur Bahn sollen ihnen den entscheidenden Vorteil verschaffen.

Potsdam als bob-hochburg

Potsdam als bob-hochburg

Potsdam ist traditionell ein Zentrum des Bobsports in Deutschland. Kuske erklärt dies mit einer historischen Anekdote, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, als der preußische Kronprinz auf dem Eiskanal fuhr. „Die Bob-Tradition in Potsdam gibt es also schon lange,“ betont er. Die Stadt bietet optimale Trainingsbedingungen mit einer Leichtathletikhalle, Außenstadien, einer Anschubstrecke und einer hervorragenden Infrastruktur.

Optimale bedingungen in potsdam

Optimale bedingungen in potsdam

Die Athleten profitieren von den hervorragenden Trainingsbedingungen in Potsdam, die unter anderem eine Leichtathletikhalle, Außenstadien und eine Anschubstrecke umfassen. Die Unterstützung durch das zuständige Ministerium und ein starkes Netzwerk aus Schulen, Universitäten, Physiotherapeuten und Ärzten tragen ebenfalls zum Erfolg bei. Kuske betont, dass er selbst maßgeblich am Aufbau dieser Strukturen beteiligt war, um sein Wissen und seine Erfahrung in seiner Heimatstadt zu teilen.

Wechsel zu motor babelsberg nach finanziellen schwierigkeiten

Wechsel zu motor babelsberg nach finanziellen schwierigkeiten

Im vergangenen Jahr geriet der SC Potsdam, zu dem auch die Bobsportler gehörten, in finanzielle Schwierigkeiten. Dies führte zu einem Wechsel der Trainingsgruppe zu Motor Babelsberg, um eine optimale Olympiavorbereitung zu gewährleisten. Kuske sieht dies rückblickend als die richtige Entscheidung, die sich positiv auf die Anzahl der qualifizierten Athleten auswirken wird. „Wir wussten, dass es beim SC Potsdam brenzlich werden könnte. Das konnte ich meinen Athleten in so einer wichtigen Saison nicht zumuten,“ erklärt Kuske.

Mehr als nur geschwindigkeit: was einen guten anschieber ausmacht

Kuske betont, dass Geschwindigkeit ein entscheidender Faktor für einen erfolgreichen Anschieber ist, aber nicht der einzige. „Wie kommt man in den Bob, mit welcher Geschwindigkeit fährt man den ersten Teilbereich der Bahn und in die erste Kurve. Das ist das A und O,“ sagt er. Neben der Schnelligkeit sind auch Kraft und die richtige Anschubtechnik von großer Bedeutung. Georg Fleischhauers Wechsel nach Potsdam wurde beispielsweise durch Defizite in der Anschubtechnik motiviert.

Die rolle des anschiebers auf der bahn

Nach dem Start ist es die Aufgabe des Anschiebers, die Balance im Bob zu halten und den Piloten mit seinem Körpergewicht zu unterstützen. „Du musst als Anschieber immer wissen, wo du auf der Bahn bist. Du musst sie auswendig kennen,“ erklärt Kuske. Ein guter Anschieber antizipiert die Bewegungen des Bobs und passt seine Positionierung entsprechend an.

Deborah levi: gold-hoffnungen auch bei den damen

Auch für Deborah Levi sieht Kuske große Chancen auf eine Medaille. Sie gilt als eine der schnellsten Anschieberinnen der Welt und bildet mit Laura Nolte ein starkes Team. „Da geht es brutal um die Goldmedaille,“ sagt Kuske. Die Kombination aus Levis Schnelligkeit und Noltes Fahrkönnen macht sie zu einer ernstzunehmenden Konkurrentin.