Kessler stützt kwasniok, aber der countdown läuft
Sechs Spiele, null Siege – der 1. FC Köln schwimmt, und Thomas Kessler reicht ihm trotzdem kein Rettungsboot, sondern ein Stoppschild mit Verfallsdatum. „Wir müssen wieder Fußballspiele gewinnen“, sagte der Sport-Geschäftsführer nach dem 1:1 in Hamburg und ließ das Wort „müssen“ wie eine Guillotine fallen.

Kwasniok bleibt, aber die geduld hat ein tageslicht
Der Trainer genießt weiter Rückendeckung, doch die ist nicht mehr aus Beton, sondern aus Pappmaché. Kessler lobte die „akribische Arbeit“, doch die Tabelle lügt nicht: seit dem 9. Spieltag erst zwei Siege, der einst acht Punkte dicke Polster auf den Relegationsrang ist aufgebraucht. Die Mannschaft steht mit dem Rücken am Abgrund – und vor ihr liegt das Rheinderby.
Die Logik des Klubs folgt einer einfachen Gleichung: Punkt in Hamburg = Atemzug, aber Atemzüge werden knapp, wenn Borussia Mönchengladbach am Samstag ins RheinEnergieStadion kommt. Verliert Köln, rastet die Fanbase aus; gewinnt Köln, rettet sich vielleicht ein Kopf – möglicherweise nicht einmal der des Trainers.
Kessler weiß das. Er sieht die Zahlen, hört die Pfiffe, spürt den Pulsschlag eines ganzen Vereins. „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die alles in die Waagschale wirft“, beteuerte er – eine Floskel, die genau so oft wiederholt wird, wie sie an Glaubwürdigkeit verliert. Denn was nützt Einsatz, wenn die Punkte ausbleiben?
Die Kölner Spieler taumeln von einem Unentschieden zum nächsten, und die Unentschieden fühlen sich an wie Niederlagen. Das 1:1 am Volksparkstadion war ein weiterer Schritt auf der Stelle, ein Hamsterrad aus Zweikämpfen, Chancen und vergebenen Siegen. Die Kabine redet von Moral, der Rest der Liga von Toren – und genau dort liegt der Hund begraben.
Die nächsten 90 Minuten gegen Gladbach sind kein Derby mehr, sie sind ein Termin mit dem Schicksal. Kwasniok muss gewinnen, sonst platzt das Damokles-Schwert. Kessler wird dann nicht mehr „akribisch“ reden, sondern „konsequent“ handeln. In Köln sagt man dann ganz einfach: „Wer nicht gewinnt, fliegt.“ Die Uhr tickt – laut.
