Kenia rüttelt am dfb: mccarthy will deutsche stars abwerben
Der Himmel über Köln ist noch grau, doch für Linton Maina könnte er bald schwarz-rot-grün leuchten. Kenias Nationalcoach Benni McCarthy hat den 1. FC-Kölner Linksaußen ganz oben auf seiner Fahnenliste – und wird jetzt persönlich nach Deutschland fliegen, um ihn zu überzeugen. Grund: Kenia ist Co-Gastgeber des Afrika-Cups 2027 und braucht Verstärkung aus Europa, sonst droht Blamage auf dem eigenen Kontinent.
Maina ist nur die spitze des eisbergs
Der 26-Jährige trug bisher nur das dfb-Trikot, von U-16 bis U-20. Doch die FIFA-Statuten erlauben einen Wechsel, weil er über seinen Vater ein kenianisches Erbeanspruchsrecht besitzt. McCarthy will dieses Schlupfloch nutzen – und nicht nur Maina. Auch Sadiki Chemwor (17 Tore für Bayern U19, ab Sommer Frankfurt) und Andre Gitau (US-Stürmer, Mainz 05 II) sollen gelootet werden. Drei deutsche Talente, ein afrikanischer Verband, null Zeit zu verlieren.
Kenia scheiterte in den letzten fünf Qualifikationszyklen kläglich, blieb sogar 2023 ohne ein einziges Tor in der Gruppenphase. Die Aussicht, 2027 vor eigenem Publikum auszuschen, wäre ein nationales Trauma. McCarthy, einst 37 Millionen Euro teurer Stürmer in Porto und West Ham, kennt den Druck. „Wir brauchen Spieler, die in Leverkusen oder Köln jede Woche Gas geben, nicht nur in Nairobi Freundschaftsspiele bestreiten“, sagte er kürzlich gegenüber einem kenianischen Radiosender.

Dfb reagiert gelassen – intern herrscht alarm
Offiziell heißt es beim Deutschen Fußball-Bund: „Wir respektieren die Entscheidung jedes Spielers.“ Unofficially laufen seit Wochen Hintergrundgespräche. Maina hat bei Steffen Baumgart einen Stammplatz erobht, seine Marktwertkurve zeigt nach oben. Verliert der dfb einen solchen Leistungsträger an ein Team, das aktuell auf Platz 108 der FIFA-Weltliste steht, wäre das ein Imageschaden – und ein Signal an andere Diaspora-Kids.
Die Deadline tickt. Die FIFA verlangt für einen Länderwechsel eine einmalige, unwiderrufliche Spielergenehmigung. McCarthy will diese Urkunde noch vor der nächsten Afrika-Cup-Qualifikation im September einreichen. Sein Plan: Maina in einem Testspiel gegen Tansania auflaufen lassen, damit der Wechsel fix ist. Der Termin steht, das Ticket nach Deutschland ist gebucht. Bleibt nur die Frage: Unterschreibt Maina, oder bleibt ihm die deutsche Nationalmannschaft doch noch treu?
Kenias Fußball-Föderation budgetierte laut Insidern 250.000 Euro für Reisen, Berater und „Integrationsmaßnahmen“. Das entspricht dem Jahresgehalt von drei kenianischen Lehrern. Die Rechnung ist simpel: Ein erfolgreicher Afrika-Cup würde das Land rund 14 Millionen Euro an Sponsoring und TV-Geldern bescheren. McCarthy setzt alles auf diese Karte. Maina, Chemwor und Gitau sind seine Joker. Der Countdown läuft – und der FC-Kölle muss sich fragen, ob sein Flügelflitzer plötzlich im afrikanischen Sommer statt im deutschen Winter spielt.
