Kastrati trägt schuld: münster entführt punkte aus braunschweig
Ein Debüt, das Albträume spawnt: Elhan Kastrati bringt Eintracht Braunschweig mit zwei späten Patzern gegen Preußen Münster auf Relegationskurs – und wird trotz ordentlicher Parade zum tragischen Helden.
Der unglückliche held zwischen den pfosten
13:30 Uhr, Eintracht-Stadion: 21 143 Zuschauer ahnen nicht, dass sie einem Keeperschicksal beiwohnen. Kastrati, eigentlich Italiens Zweitliga-Erfahrung verpflichtet, steht erstmals für Ron-Thorben Hoffmann zwischen den Pfosten. Die erste Viertelstunde ist Routine, dann wird er zum Spieler. Rondic lässt ihn zweimal alt aussehen, doch Kastrati kratzt den Kopfball aus sieben Metern. Die Kurve jubelt – vergeblich.
Der Knacks folgt in der 43. Minute. Kastrati sprintet bis zur Mittellinie, will die Flanke abfangen, übersieht Léon Bell Bell. Batista-Meier schiebt ins leere Tor, doch der VAR wischt das Tor wegen Handspiel weg. Pech? Vielleicht. Aber die Unsicherheit bleibt.

Der freistoß, der alles zerstört
Nach der Pause dominiert Braunschweig, Frenkert köpft die Führung. Drei Minuten später schlägt Hendrix trocken zum Ausgleich ein. Und dann: 74. Minute, Freistoß rechts außen. Batista-Meier zirkelt den Ball nicht in den Strafraum, sondern direkt aufs kurze Eck. Kastrati wäre mit der Hand dran, doch er wartet auf Flanke, rückt zu spät aus. 2:1 für Münster – die Entscheidung.
Die Zahlen sprechen gegen Braunschweig: erst zwei Heimsiege aus den letzten zwölf Partien, nur zwölf Tore im eigenen Stadion. Die Eintracht rutscht auf Rang 16, Relegation pur. Trainer Heiner Backhaus spricht von „kleinen Details“, doch die Tabelle lügt nicht.

Münster atmet auf – und plant den nächsten schritt
Für die Gäste ist es der erste Dreier nach neun sieglosen Spielen, der erste Auswärtssieg seit Oktober. Alexander Ende kann wieder lächeln, Tabellenplatz 13 bedeutet Luft, nicht Ruh. Am Sonntag wartet Hertha, das Stadion wird kochen. Für Braunschweig geht’s nach Paderborn – ohne Hoffmann, vielleicht auch ohne Kastrati. Die Rückrade wird zur Zitterpartie.
90 Minuten, zwei Fehler, ein Debüt für die Geschichtsbücher – nur eben auf der falschen Seite.
