Kassel wirft 420 bundesliga-spiele raus – rupp und stark müssen gehen

Kurz vor dem Saisonfinale schlägt der KSV Hessen Kassel die Axt in den Kader: Lukas Rupp und Yannick Stark, zwei Routiniers mit gemeinsam 427 Erst- und Zweitligaspielen, bekommen keinen neuen Vertrag. Die Nachricht kommt überraschend, schließlich waren beide in dieser Spielzeit gesetzt, lieferten ab – und sind gerade mal 35 Jahre alt.

Warum jetzt? die personalie entlarvt den plan

Damm betont, man wolle „eine hungrige, entwicklungsfähige Mannschaft“ zusammenstellen. Übersetzt: Junge, billige Kräfte sollen die Gehaltsstruktur entlasten. Der Klub spart, wo er kann, und verabschiedet sich von der kurzfristigen Sieg-Philosophie. Dabei hatten Rupp und Stark gerade erst die Spielanlage stabilisiert, brachten zweite Liga- Erfahrung in die Regionalliga.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 168 Bundesliga-Einsätze stehen bei Rupp, 259 Zweitligaspiele bei Stark. Sie kamen im Winter 2024 bzw. 2025 – und hinterließen sofort Spuren. Ohne ihre Ballsicherheit stolpert Kassel womöglich aus den oberen Tabellenrängen.

Ein abgang, der weh tut – auch beim publikum

Ein abgang, der weh tut – auch beim publikum

Die Fans reagieren empört auf sozialen Medien. „Wir wollten Aufstieg, nicht Abbauprogramm“, lautet ein Kommentar. Der Vorstand indes hält Kurs: „Veränderung gehört zum Fußball“, sagt Tobias Damm. Klar ist: Am Samstag im Prestigeduell bei den Kickers Offenbach werden Rupp und Stark wohl ihr letztes Mal im KSV-Trikot auflaufen.

Sportlich steht der Verein vor einem Befreiungsschlag oder einem Risiko. Wer die Erfahrung ersetzt? Noch ist kein Nachfolger in Sicht. Die Personalplanung verläuft unter Hochdruck, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Kassel verabschiedet sich von gestern – und wettet auf morgen. Ob sich die Rechnung aufgeht, entscheidet sich nicht zuletzt an den ersten Spieltagen der neuen Regionalliga-Saison. Die Uhr tickt laut.