Kassel qualiert sich ins halbfinale – lausitzer füchse kassieren späte k.o.-gabe
Kassel hat sich mit blutigen Knien durchgebissen. Die Huskies drehten in Weißwasser ein 0:1 in einen 3:2-Sieg und schicken die Lausitzer Füchse mit 4:2 in der Serie in den Urlaub. Jake Weidner schlug zweimal zu, Maciej Rutkowski erledigte den Rest.
Woodcrofts geste bleibt hängen
Die Partie war nicht nur Eishockey, sondern auch Psychodrama. Nach einer umstrittenen „Kopf-ab“-Geste von Kassels Trainer Todd Woodcroft in Spiel 3 brodelte die Halle, die Füchse jagten Rache, verpassten aber den finalen Biss. Kassel nutzte die offenen Bisswunden und schlug in der 57. Minute den letzten Nackentreffer.
Die Zahlen sind gnadenlos: 26 Schüsse im letzten Drittel für Kassel, nur zwölf für die Füchse. Powerplay-Quote Lausitz: 0 %. Die Lausitzer Bank zuckte nach dem Schlusspfiff nur mit den Schultern – die Serie war längst entglitten.

Donnerstag geht’s gegen die red bulls
Jetzt warten die Eispiraten aus Rosenheim. Das Halbfinale startet am Donnerstag im „Best-of-Seven“, Kassel hat Heimrecht. Die Huskies haben in dieser Playoff-Saison noch kein Heimspiel verloren, die Red Bulls schossen in den bisherigen Auswärtsbegegnungen 14 Tore. Es wird eine Schießerei auf hohem Niveau.
Für Kassel ist das Halbfinale mehr als eine Runde – es ist die letzte Hürde vor dem Traum der DEL. Der Club war 2010 schon einmal kurz davor, dann brach die Lizenz weg. Die Fans erinnern sich, die Spieler auch. Deshalb flogen gestern nicht nur die Stofftiere, sondern auch die Jahre des Frusts aufs Eis.
Die Füchse? Sie können nur hoffen, dass Woodcrofts Geste nicht zum neuen Mythos im Osten wird. Die Saison ist vorbei, die Wunden offen. Kassel dagegen fliegt nach Hause – und weiß, dass der ganz große Biss noch fehlt.
