Kane-zauber und teenager-debut: bayern löst real-ticket mit show gegen atalanta

München – 90 Minuten, drei Debütanten, ein Kunstschuss von Harry Kane und ein 4:1 gegen Atalanta: Der FC Bayern spaziert ins Viertelfinale, und plötzlich ist klar – diese Königsklasse wird jetzt sehr persönlich. Am 8./9. April wartet Real Madrid. Die Statistik? Bayern hat die letzten acht CL-Duelle gegen die Königlichen verloren. Die Stimmung? Laut, selbstbewusst, ein Hauch von Endspiel.

Kompany setzt auf jugend – und wird sofort belohnt

Vincent Kompany hatte noch Luft, nach dem 3:0 aus dem Hinspiel. Also schickte er in der 55. Minute Deniz Ofli auf den Rasen – 18 Jahre, null Bundesliga-Minuten. Sekunden später erobert der Youngster das Mittelfeld, spielt den Steilpass, Lennart Karl vollendet zum 3:0. „Wenn du so reinkommst, will der Trainer dich nie wieder rausnehmen“, sagte Karl im Mixed-Zone-Gestammel, während Ofli noch atmete wie nach einem Marathon. Nebenan stand Filip Pavic, 16 Jahre und 58 Tage alt, zweitjüngster Deutscher in der ChampionsLeague. Nur Youssoufa Moukoko war jünger. Pavic’ Vater filmte mit dem Handy, die Mutter weinte. Kompany klopfte ab, erinnernd: „Er trainiert seit einem Jahr mit, heute durfte er das Erbe spüren.“

Doch vor dem Kindergeburtstag erinnerte der alte Kane daran, warum Bayern Rekordspieler kaufen. Zweimal drehte er Atalanta-Verteidiger Cristian Romero wie einen Weihnachtsbaum, dann hämmerte er aus 14 Metern mit links in den Winkel. „Ich bin auch glücklich über einfache Tore“, meinte Kompany trocken, „aber das war kein einfaches.“ Es war sein 27. Treffer im 29. Pflichtspiel. Die Art von Tor, die Tage vor dem Madrid-Spiel noch in den Köpfen der Blancos rumort.

Real madrid kommt – und bringt die große statistik-geisterbahn mit

Real madrid kommt – und bringt die große statistik-geisterbahn mit

Die letzte Bayern-Sieg gegen Real datiert auf das Halbfinale 2012. Seitdem: acht Niederlagen, zwei Unentschieden, 5:20 Tore. Max Eberl, Sportvorstand, versuchte Gelassenheit: „Wenn es drauf ankommt, sind sie da.“ Die Anspielung: Manchester City dachte auch, sie hätten das Kommando, scheiterte im Achtelfinale. Kompany schüttelt ab: „Galaform hin oder her – wenn das Niveau steigt, steigt Madrid.“

Bayern selbst aber steigt. Die Serie: 15 Pflichtspiele ohne Niederlage, 50 Tore, elf Gegentore. Die Bank: Neben Pavic und Ofli lauern Musiala, Olise, Guerreiro. Die Frage ist nicht mehr, ob Bayern bereit ist. Die Frage ist, ob Madrid die nächste K.o.-Runde überlebt.

Am Mittwochabend sang die Südkurve „¡Hasta la vista!“ – ein ironischer Gruß an die Königlichen. In vier Wochen wird das Stadion kochen. Dann zählt kein Debüt, kein Kunstschuss, kein schönes Statistikblatt. Dann zählt nur, wer die Nerven behält. Und wer weiß – vielleicht darf Pavic dann wieder ran. Er hat bereits das erste Foul an Bellingham gespielt – im Training. Das reicht fürs erste.