Kane trainiert mit zielstrebiger miene: bayern bereiten real-k.o. in 24 stunden vor
München – 24 Stunden vor dem Rückspiel gegen Real Madrid stand Harry Kane allein auf dem Rasen, ballte die Kiefermuskeln und schlenzte die Kugel aus 18 Metern ins rechte Kreuzeck. Ein Zischen, dann Applaus von den Kollegen. Die Botschaft war klar: Der Tormann, der den Madrilenen im Bernabéu das 1:2 bescher hatte, spürt keinen Millimeter Ermüdung.
Die letzte Einheit auf der Säbener Straße war mehr als ein lockeres Abschiedsfoto. Vincent Kompany ließ seine Spieler ein kurzes Spiel über die ganze Breite laufen – bei jedem Ballverlust sofort Sprint zurück. Die Lautstärke übernahm Jamal Musiala. Er parkte eine riesige Box neben dem Seitenraum, drückte Play und lieferte den Soundtrack für ein Training, das trotz der lachenden Gesichter die Nervosität nicht ganz kaschieren konnte.

Kompany muss auf nachwuchs verzichten
Denn der belgische Coach bangt um seine defensive Reserve. Lennart Karl zog sich eine Faserriss im rechten Oberschenkel zu und fällt nicht nur für das Champions-League-Duell aus. Der 19-Jährige dürfte den Rest der Saison verpassen – ein herber Schlag, hatte Kompany den Linksfuß gerade als Joker für die Schlussphase eingeplant. Auch Ersatzkeeper Sven Ulreich fehlt weiterhin.
Die gute Nachricht: Kane blieb am Samstag gegen St. Pauli komplett auf der Bank, sodass die Sprunggelenke 90 Minuten Ruhe bekamen. Musiala dagegen rannte 78 Minuten lang jeden Gegner aus der eigenen Hälfte – und sah dabei aus, als würde er für ein Dutzend Endspiele bereit sein. Seine Dribblings in der letzten Übungseinheit ließen sogar den sonst so stoischen Dayot Upamecano hopfen.
Um 21.00 Uhr morgen schlägt der Ball im Allianz Arena. Bayern braucht ein Tor, um das Finale zu riechen. Die Atmosphäre wird kochen – und wer die Gesichter nach dem Training sah, weiß: Die Mannschaft glaubt fest daran, dass es reicht, wenn der Engländer einmal zielt.
