Kane brennt auf der bank: bayerns risiko-coup in bergamo

Der FC Bayern schickt sich an, Europa zu erschüttern – ohne seinen Tor-Garanten. Harry Kane sitzt in Bergamo nur auf der Reservebank, ein Schachzug, der Vincent Kompany entweder als Geniestreich oder als Bockmist in die Geschichtsbücher eingehen wird.

Warum der rekordmeister auf 24 saisontore verzichtet

Die Antwort liefert die Wadenmuskulatur des Engländers. Ein Schlag gegen Gladbach, ein Hämatom, ein Risiko. „Er kann eine Rolle spielen“, sagt Kompany knapp, mehr verrät der Belgier nicht. Die Botschaft: Notfalls 30 Minuten Power-Kane, falls Atalanta das Spiel in den Keller drückt.

Nicolas Jackson gibt indes sein Startelf-Debüt im Bayern-Trikot. Der Leihstürmer traf am Freitag gegen Gladbach, jetzt soll er die italienische Abwehr zerlegen. Daneben: Serge Gnabry für Jamal Musiala, ein weiterer Wechsel, der für Furore sorgt. Gnabrys Tempo gegen Bergamos aggressive Außenverteidiger – Kompany setzt auf Speed statt Dribbling.

Neuer fällt erneut aus, urbig übernimmt

Neuer fällt erneut aus, urbig übernimmt

Manuel Neuer verabschiedet sich erneut in die Reha. Jonas Urbig, 22, steht zwischen den Pfosten. Die Westfalenmetropel schaut auf ihn, denn hinter ihm wartet nur noch der 19-jährige Tarnat-Spross. Die Entscheidung: Jonathan Tah rückt neben Dayot Upamecano, Josip Stanisic übernimmt die linke Seite. Defensive Stabilität vor dem Tor, lautet die Devise.

Atalanta setzt auf Gianluca Scamacca, den italienischen Bären, der in der Gruppenphase vier Mal traf. Davor wirbeln Pasalic und de Roon, hinten steht Ex-Schalker Sead Kolasinac. Bergamo will den Bayern das Leben schwer machen, das Stadion wird kochen.

Die Zahlen sprechen für den FCB: 13 Siege in den letzten 16 K.o.-Duellen gegen italienische Teams. Doch die Statistik zählt nur, bis das erste Tor fällt. Und das könnte heute von einem 22-jährigen Keeper oder einem Leihstürmer bestimmt werden.

23:00 Uhr Anstoß, 90 Minuten voller Ungewissheit. Kompany wagt das große Pokerspiel. Gewinnt er, ist er der Taktik-Fuchs. Verliert er, wird der Verzicht auf Kane als Arroganz abgestempelt. Die Champions League liebt solche Geschichten – und hasst sie zugleich.