Kandahar-abfahrt: jocher und co. fordern die steilste piste
Rückkehr nach garmisch-partenkirchen
Nach der Absage im
vergangenen Jahr kehren die Speed-Fahrer zurück auf die anspruchsvolle Kandahar in Garmisch-Partenkirchen. Am Samstag steht die Abfahrt auf dem Programm, am Sonntag der Super-G. Die Frage ist, wer sich auf der steilsten Piste im Ski-Alpin-Weltcup durchsetzen kann.
Die strecke: ein eiskalter test
Die Kandahar ist bekannt für ihre extremen Steilpassagen. Insbesondere der “Freie Fall” mit einem Gefälle von 92 Prozent stellt die Athleten vor eine enorme Herausforderung. Im Vergleich dazu liegt das Gefälle der berüchtigten Mausefalle in Kitzbühel bei “nur” 89 Prozent. Der Unterschied: In Garmisch-Partenkirchen kommt der “Freie Fall” kurz vor dem Ziel, wenn die Kräfte bereits schwinden.

Himmel und hölle liegen nah
Die Strecke ist eine Achterbahn der Gefühle. Abschnitte wie der “Tröglhang” versprechen ein “Himmelreich”, während der “Eishang” und der Seilbahnsprung – mit Sprüngen bis zu 60 Metern – in die “Hölle” führen. Die Hundertstel entscheiden hier über Sieg und Niederlage. Der Streckenrekord von Erik Guay (1:58,41 Minuten) aus dem Jahr 2011 ist eine harte Nuss.
Eine geschichte voller dramen
Die Kandahar ist nicht nur Schauplatz glorreicher Siege, sondern auch tragischer Unfälle. Der tödliche Sturz von Ulrike Maier im Jahr 1994 markierte eine Zäsur im Skirennsport und führte zu verstärkten Sicherheitsmaßnahmen. Trotzdem bleibt die Strecke gefährlich, wie der Sturz von Tereza Nova im vergangenen Jahr bewies.

Favoriten im blickfeld
Nach den Olympischen Spielen
ist der Schweizer Franjo von Allmen der große Favorit. Mit drei Goldmedaillen im Gepäck kommt er nach Oberbayern. Aber auch sein Landsmann Marco Odermatt, der den Gesamtweltcup dominiert, darf man nicht unterschätzen. Im ersten Training zeigten Simon Jocher und Luis Vogt solide Leistungen.
Übertragung im tv und livestream
Die ARD überträgt die Rennen live im Stream auf sportschau.de und im ARD-Fernsehen. Moderator ist Markus Othmer, kommentiert wird das Rennen von Bernd Schmelzer. Die Abfahrt beginnt am Samstag um 11:45 Uhr, der Super-G am Sonntag ebenfalls um 11:45 Uhr.

Die letzten sieger auf der kandahar
- 2024 (Super-G): Marco Odermatt (Schweiz), Nils Allegre (Frankreich)
- 2017 (Abfahrt): Beat Feuz (Schweiz)
- 2020 (Super-G): Thomas Dreßen (Deutschland)
- 1992 (Abfahrt): Markus Wasmeier (Deutschland)
Deutsche hoffnungen und zukunftsperspektiven
Ein Heimsieg wie bei Dreßen ist aktuell eher unwahrscheinlich, aber Luis Vogt hat mit seiner Leistung in Kitzbühel bewiesen, dass er auf steilen Strecken mithalten kann. Auch Simon Jocher, Romed Baumann und Anton Grammel sind am Start. Es gibt sogar Überlegungen, Garmisch-Partenkirchen zukünftig mit zwei Weltcup-Wochenenden auszustatten.
