Kanarische invasion: nur noch eine festland-mannschaft jagt den titel
Die Viertelfinals der Liga Iberdrola sind gelaufen – und wer jetzt noch träumen will, braucht einen Flugschein. Drei der vier Halbfinal-Clubs kommen von den Atlantikinseln, nur Fundación Cajasol Andalucía hält als letzte Festland-Bastion dagegen.
Heidelberg zittert sich in die runde der letzten vier
14:25 hieß es im ersten Satz für die Kanarierinnen gegen OCISA Haro Rioja Vóley. Der Hallen-Lautsprecher im El Ferial war noch nicht warm, da glaubte schon jeder an die Sensation. Dann kam Viki Vivas, schraubte sich auf 27 Punkte und riss das Ruder herum – 3:2 nach Tie-break. Die Stimme von Trainer Esther López war nach dem Spiel nur noch ein Krächzen, aber ihr Blick sagte alles: „Wir wollten Krieg, und wir haben ihn bekommen.“
Die Fundación Cajasol dagegen ließ gegen DSV Sant Cugat keine Zweifel aufkommen. Fünf Spielerinnen mit zweistelligem Punkte-Wert, Irene de Blas an der Spitze mit 20 Treffern – 3:1. Die Katalaninnen verabschiedeten sich nicht nur aus der Play-off-Runde, sondern auch aus der Liga. Kein Tränen-Tango, nur ein knappes Statement: „Wir stellen den Betrieb ein.“

Teneriffa schreibt das märchen des jahres
Achtung, Avarca de Menorca: Ihr seid Tabellenführer? Egal. Tenerife Libby's La Laguna nahm euren Vorteil, euren Heimvorteil und eure Selbstgewissheit – und warf sie ins Meer. 2:0-Satzführung der Menorquinerinnen, dann drehte Jessica Akamere am Power-Hebel. 3:2 für Teneriffa, Platzverweis für den Favoriten. Die Umbaupause mit neuem Coach und frischem Kader zahlt sich aus.
Die einzige Serie, die über drei Spiele ging, lieferte Emalsa Gran Canaria. Nach dem 2:3 in Melilla schob sich Ajack Malual mit 18 Punkten pro Partie in die Hauptrolle, Maggie Brown und Laura Suárez lieferten den Soundtrack. 3:1 und 3:2 im Rückspiel – die Arena schaukelte, die Insel jubelt.

Europa ruft – und spanien antwortet mit insel-akkzent
Die Karten für die europäischen Wettbewerbe liegen offen: Avarca de Menorca rutscht als bestes Ausgeschiedenes in die CEV Challenge Cup. Die übrigen vier Teams spielen noch um die Verteilung: eine Champions-League-Platz, zwei CEV-Cup-Tickets, eine Challenge-Cup-Rückfahrkarte. Fundación Cajasol hat durch den Pokalsieg mindestens die CEV Cup sicher – alle anderen müssen weiter schwitzen.
Am 11. April geht’s los: Tenerife Libby's La Laguna empfängt Heidelberg Volkswagen, Emalsa Gran Canariafordert Fundación Cajasol Andalucía. Rückspiele stehen vom 17. bis 19. April an – ein drittes Spiel nur, wenn jemand die Balance wieder herstellt. Drei Insel-Clubs, ein Traum. Wer den Titel holt, muss über Meer fliegen – oder zumindest über Wolken von Siegeswillen.
