Kanada bangt! larin rettet den gastgeber vor wm-desaster
Toronto bebte Nervensaft! Kanada, Co-Gastgeber der WM, entging dem frühen K.O. nur knapp, als Cyle Larin drei Minuten nach seiner Einwechslung gegen Bosnien-Herzegowina den vielumstrittenen Ausgleichstreffer erzielte. Das 1:1 (0:1) war ein Paukenschlag und ein Lebenszeichen für die Hoffnung eines ganzen Landes.

Davies-ausfall wie ein schock: kann marsch das ruder herumreißen?
Ohne den verletzten Alphonso Davies, den Superstar von Bayern München, wirkte das kanadische Team zunächst von Nervosität gelähmt. Bosnien-Herzegowina, angeführt vom erfahrenen Edin Dzeko, nutzte die Unsicherheit geschickt aus und ging durch Jovo Lukic in der 21. Minute in Führung. Die Erwartungen, die Trainer Jesse Marsch vor dem Turnier lautstark geäußert hatte – ein Platz in der K.o.-Runde – schienen in weite Ferne zu rücken.
Doch Kanada zeigte Moral. Die Fans, die in einer atemberaubenden Choreografie vom Trinity Bellwoods Park zum Stadion gezogen waren, gaben ihrem Team unermüdlichen Rückhalt. Ihre Rufe „Let’s go, Canada!“ hallten durch die provisorischen Stahltribünen, in denen 17.000 zusätzliche Sitze notdürftig eingebaut worden waren, um das kleinste WM-Stadion (43.036 Plätze) zu füllen. Der Druck steigerte sich, als die Uhr tickte und die Gefahr einer bereits frühzeitigen Enttäuschung lauerte.
Die Entscheidung kam aus der Tiefe: Mit der Einwechslung von Cyle Larin bewies Marsch taktisches Geschick. Der Stürmer ließ sich nicht lange bitten und vollstreckte mit einem präzisen Schuss den erlösenden Ausgleichstreffer in der 79. Minute. Ein Punkt, der mehr wert ist als alles Gold der Welt, war gesichert.
Nun richtet sich der Blick nach vorne. Kapitän Davies, der an einer Muskelverletzung im Oberschenkel laboriert, könnte für das entscheidende Gruppenspiel gegen Katar am Donnerstag in Vancouver zurückkehren. Marsch muss seine Mannschaft nun stabilisieren und Davies‘ Abwesenheit kompensieren, wenn Kanada seine Ambitionen auf ein historisches K.o.-Runden-Ticket wahr machen will. Denn die Erinnerung an die enttäuschenden Vorrunden-Ausscheidungen 1986 und 2022 sitzt tief.
Bosnien-Herzegowina, das sensationell die italienische Nationalmannschaft in den Playoff-Spielen ausgeschaltet hatte, muss sich nun am 18. Juni in Los Angeles gegen die Schweiz beweisen. Die Reise für das Team um den Routinier Dzeko ist noch lange nicht beendet, aber die erste Hürde war mit dem Unentschieden gegen Kanada genommen.
Die Sonne brannte unerbittlich auf die Fans, die die Eröffnungsfeier mit der Performance der Musikikone Alanis Morissette, die die Nationalhymne „O Canada“ feurig interpretierte, genossen. Doch unter der Oberfläche brodelte die Anspannung. Kanadas Start war alles andere als souverän, aber das Team hat bewiesen, dass es auch in brenzligen Situationen zusammenhalten kann. Der erste Punkt ist ein Signal: Kanada ist nicht chancenlos!
