Kaiserslautern: debütant kamga nach patzer gefeiert – braunschweig nutzt schwäche
Fritz-Walter-Stadion bebte – nicht vor Begeisterung, sondern vor Unmut. Der 1. FC Kaiserslautern patzte erneut, diesmal gegen Eintracht Braunschweig mit 0:2. Doch inmitten der Enttäuschung gab es einen Lichtblick: Debütant Enis Kamga erfuhr nach einem frühen Fehler überraschende Unterstützung von Fans und Mitspielern.
Ein start nach maß? eher ein albtraum
Die Roten Teufel präsentierten sich erneut von ihrer schlechtesten Seite. Nach dem blamablen 0:3 gegen Holstein Kiel war es im Heimspiel gegen Braunschweig keine Besserung. Ein schwaches Spiel, wenig Torgefahr – die Fans bekundeten ihren Unmut mit Pfiffen. Und der junge Torwart Enis Kamga hatte alle Hände voll zu tun. Bereits in der 14. Minute ließ er einen harmlosen Schuss von Linus Tempelmann durch die Finger rutschen, was zum 0:1 führte. Ein Fehler, der einem jungen Spieler passieren kann, aber in einem so brisanten Spiel verheerende Folgen hatte.
Doch was folgte, war überraschend: Statt ausgebuht zu werden, skandierte das Publikum seinen Namen. Ein Zeichen von Solidarität, das nicht selbstverständlich ist, besonders nach einem solchen Fehlstart. „Jeder, der ein bisschen Empathie hat, weiß, dass das nicht leicht ist, in so einem Stadion sein Profidebüt zu bestreiten, in dem Alter“, kommentierte Braunschweigs Keeper Ron-Thorben Hoffmann am Sky-Mikrofon. Er zeigte nicht nur Verständnis, sondern auch Respekt für Kamgas Reaktion auf den Fehler.

Resilienz und die feine nase der fans
Hoffmann lobte Kamgas Fähigkeit, mit dem Fehler umzugehen: „Man hat ihm den Fehler auch gar nicht angemerkt. Das ist schon ein Zeichen von Resilienz.“ Auch FCK-Trainer Torsten Lieberknecht betonte, dass Kamga das Spiel verdient bekommen habe und hob die „Feinfühligkeit der Fans“ hervor, die ihn aufmunterten. Er betonte, dass Kamga ein großes Talent sei und aus diesem Spiel lernen werde.
Die Braunschweiger hingegen nutzten die Schwächen der Gastgeber gnadenlos aus. Erencan Yardimci sorgte mit einem Konter für die endgültige Entscheidung zum 0:2. Marcel Klos, Sportdirektor des 1. FC Kaiserslautern, fasste das Spiel treffend zusammen: „Wenn so ein Spiel im Fernsehen laufen würde, kann man ausschalten.“
Die nächsten Tage werden auf dem Betzenberg alles andere als ruhig. Die Verantwortlichen müssen handeln, um die Abwärtsspirale zu stoppen und das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen. Kamgas Debüt mag zwar mit einem Fehler begonnen haben, doch die Art und Weise, wie er damit umging und die Unterstützung, die er erhielt, lassen hoffen – vielleicht ist er ja doch der Anstoß für einen Neuanfang.
