Kabak vor türkei-comeback: 21 monate leiden, ein tor für hoffenheim
Ein Kreuzbandriss, drei Reifenschlüsse, ein verpasstes EM-Turnier – und nun die Rückkehr auf die große Bühne. Ozan Kabak steht nach 21 Monat außerhalb der türkischen Nationalmannschaft vor dem Wiedereinstieg. Die Quali-Spiele gegen Rumänien und möglicherweise gegen drei Hoffenheim-Kollegen vom Kosovo könnten seine neue Kapitel einläuten.
Die zahlen sprechen: vier tore nach der pause
Seit seinem Comeback im TSG-Trikot hat der Innenverteidiger nicht nur die Abwehr stabilisiert, sondern auch vier Treffer erzielt – mit Kopfball und Instinkt aus dem Getümmel. Das ist ein Tor alle 270 Minuten, eine Quote, die selbst manche Stürmer neidisch macht. Für Kabak ist es Beweis, dass er nach der langen Zwangspause wieder zuverlässig Gas gibt, wenn der Ball flach in den Sechzehner fliegt.
Die Verantwortlichen von 1899 Hoffenheim haben das auf dem Schirm. Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung laufen, parallel dazu beantragt Kabak die deutsche Staatsbürgerschaft. Ein klares Signal: Er plant langfristig in Sinsheim. Die sportliche Entwicklung seit Januar gibt ihm dafür Rückenwind.

Neue bosse, alte machtstruktur
Am Dienstagabend kam es zum ersten Arbeitstreffen der neuen TSG-Gesellschafter. André Kreuzwieser, frisch gewählter Vereinsvorsitzender, trat an einen Tisch mit Stellvertreter Florian Beil, Finanzexperte Frank Engelhardt und Sport-GF Andreas Schicker. Vertrauter Gerhard Oswald vertrat wie üblich Mäzen Dietmar Hopp. Was genau besprochen wurde, hält sich die Runde bedeckt. Doch wer die Hofkapelle kennt, weiß: Personalrochaden und Budgetfragen stehen an, bevor die Sommerplanung beginnt.
Für Kabak könnte das bedeuten: Bleibt er fit und liefert in der Nationalmannschaft, steigt seine Marktwerte – und damit auch seine Verhandlungsposition. Die Türkei spielt am Samstag in Rumänien, am Dienstag folgt das Heimspiel. Gewinnt der Kosovo in Slowenien, treffen Kabak und die Hoffenheimer Kosovo-Fraktion um Asllani, Avdullahu und Hajdari im direkten Duell aufeinander. Ein Kracher für die Geschichtsbücher und ein emotionales Déjà-vu für den 25-Jährigen, der sich seine schwerste Verletzung ebenfalls in einem Länderspiel zuzog.
Kabak selbst schweigt zu den Spekulationen, arbeitet lieber auf dem Platz. Seine Zahlen sprechen für ihn – und die lassen selbst kritische Bosse hellhörig werden.
