Juvonen räumt ab: kölns wall nach transfer-hammer zur del-legende
26 Spiele, fünf Shutouts, 20 Siege – und jetzt die Krönung. Janne Juvonen schlug in der Lanxess-Arena den letzten Bogen vom verkannten Winter-Transfer zum Spieler des Jahres, bevor die Playoffs am 24. März losdonnern.
Der 29-jährige Finne landete Mitte Dezember als Notnagel aus der Schweiz, wurde aber schnell zum Nagel ins Sargdeckel der Gegner. „Ich kannte die DEL nur vom Hörensagen“, sagte Juvonen nach der Gala, „dass es so laut werden kann, hatte ich nicht erwartet.“
Die zahlen, die kölns rekordjagd erklären
Sein Goals-against-Average von 2,03 liegt zwei Zehntel unter dem Liga-Schnitt, die Fangquote kratzt an 93 %. Doch die eklatante Wende steckt zwischen den Statistikzeilen: Nach seinem Debüt am 28. Dezember verloren die Haie nur zwei der folgenden 18 Partien – genug, um mit 116 Punkten den Bestwert der Adler aus 2018/19 einzustellen.
Trainer Kari Jalonen, selbst mit der Coaching-Krone bedacht, beschreibt den Effekt so: „Janne gibt den Jungs vorne die Ruhe, hinten die Angst.“ Denn jedes gefangene Puck rollt sofort in den ersten Pass, der die Angriffswelle startet – Konterhandball auf Eis.
Doch der eigentliche Clou ist der mentale Boost. Kapitän Moritz Müller verrät: „Wenn du weißt, dass hinten ein Shutout drin ist, trägst du dich mit drei Nullen auf dem Rücken.“ Das Selbstvertrauen schwappt über aufs Powerplay, die Bully-Maschinerie, die gesamte Katakombenstimmung in der Arena.

Pre-playoff-hitze statt sommerloch
Die Trophäe steht bereits im Kabinengang, doch Juvonen rührt am liebsten am neuen Ziel: „Einzelpreise verstauben, gemeinsame Pokerei vergoldet sich.“ Die Haie treffen in der Vorschlussrunde zunächst auf Augsburg, ehe am 24. März das Viertelfinale losgeht – und mit jedem Sieg steigt der Marktwert des Keepers, der noch keinen DEL-Vertrag für die nächste Saison unterschrieben hat.
GM Peter Schönberger lacht das Thema weg: „Wir verhandeln nicht öffentlich, aber ich sage so viel: Janne wird nicht mit dem Zug nach Hause fahren.“ Bleibt die Frage, ob die Hai-Defense vor ihm auch in den Playoffs die Lücken so eng halten wie zuletzt. Denn die Scheibe kann schneller sein als jedes Statistikblatt – und selbst ein Spieler des Jahres ist nur so gut wie seine letzte Parade.
Köln träumt vom ersten Titel seit 1979. Die Uhr tickt. Die Eismaschine läuft schon warm.
