Juventus: comollis analyse-strategie patzt – droht ihm die entlassung?
Turin erlebt derzeit ein sportliches Erdbeben. Nachdem Juventus, einst Inbegriff italienischer Fußball-Dominanz, in den letzten Transferperioden mehrfach danebengegriffen hat, steht Sportdirektor Damien Comolli zunehmend in der Kritik. Die Erwartungen, die mit seiner Verpflichtung verbunden waren, scheinen sich in Luft aufzulösen, und John Elkann, der Vorsitzende des Vereins, hat bereits deutliche Worte gefunden.

Die einst so vielversprechende analyse-revolution
Vor gut einem Jahr wurde Comolli mit dem Auftrag in Turin präsentiert, den Transfermarkt der Bianconeri grundlegend zu revolutionieren. Anstelle der traditionellen Methode, sich auf Agenten und Vermittler zu verlassen, sollte eine datengetriebene Analyse den Weg zu nachhaltigem Erfolg ebnen. Algorithmen, Statistiken und die Auswertung von Millionen von Spielerdaten sollten Juventus zu Transfers führen, die sowohl sportlich überzeugen als auch finanziell sinnvoll sind – eine Art „niedrige Kosten, hohe Rendite“-Strategie. Doch die Realität sieht anders aus.
Die bittere Wahrheit: Agenten bestimmen weiterhin
Von den sechs Spielern, die unter Comollis Ägide nach Turin kamen (David, Joao Mario, Openda, Zhegrova, Holm und Boga), scheint nur der ivorische Mittelfeldspieler aus Nizza, der im Moment von Umstellungs-Schwierigkeiten profitiert, das Ergebnis einer datengestützten Bewertung zu sein. Bei allen anderen Transfers wurde dem klassischen Ansatz der italienischen Fußballbosse frön: die Abhängigkeit von Agenten und Vermittlern. Ein fataler Fehler, wie sich nun herausstellt, da die Verhandlungen mit den Wunschspielern der Juventus-Verantwortlichen sich oft im Sande verliefen.
Ein Beispiel: Der Transfer von Kolo Muani scheiterte trotz vorliegender Einigung mit seinem Umfeld an der Unnachgiebigkeit des Pariser Vereins. Auch bei Alisson, dem brasilianischen Torwart, scheiterte der Deal an der Weigerung von Liverpool, ihn abzugeben. Ähnliche Probleme gab es bei den Verhandlungen um Martinez und Sorloth. Die fehlenden Kontakte zu den europäischen Top-Klubs, die Comolli aufgrund seiner relativ kurzen Erfahrung in der Spitze des Fußballs nicht vorweisen kann, machen ihm das Leben schwer.
Elkann hat im jüngsten Treffen am 29. Mai klar gemacht: Ein Umdenken ist dringend erforderlich. Trainer Spalletti benötigt dringend einen neuen Torwart und einen neuen Stürmer, und die Zeit für Comolli läuft ab. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann Juventus die Reißleine zieht.
Die Zukunft ist ungewiss
Ob Comolli seinen Job behält oder nicht, wird die kommenden Wochen entscheiden. Eines ist jedoch sicher: Der Traum von der datengestützten Revolution im Juventus-Transfermarkt ist vorerst geplatzt. Die Bianconeri müssen sich wohl wieder auf die bewährten Methoden verlassen – mit all ihren Risiken und Unwägbarkeiten.
