Juventus: allianz stadium tobt – spalletti unter druck!

Torino – Die alte Dame hat Blut geleckt, und es ist nicht das ihrer Fans. Nach dem enttäuschenden 0:2 gegen die Fiorentina herrscht in der Allianz Arena frostige Stimmung. Die jüngste Niederlage katapultierte die Mannschaft von Trainer Luciano Spalletti von Platz drei auf sechs – ein Absturz, der die Nerven der Juventini zum Zerreißen scheint.

Ein stadion ohne seele

Ein stadion ohne seele

Wo einst die Kurve bebte und die Mannschaft von tosendem Applaus getragen wurde, herrscht nun eine gespenstische Stille. Die 40.000 Zuschauer sahen zu, wie ihre Mannschaft die Chance auf die Champions League gegen eine bereits abgestimmte Fiorentina verpasste. Ein Auftritt, der an vergangene Fehlleistungen gegen Sassuolo und Hellas Verona erinnerte – eine bittere Pille für die Anhänger, die einst das Allianz Stadium zu einer unbezwingbaren Festung machten. Heute gleicht die Arena eher einem Schwachpunkt im schwarz-weißen Projekt.

Die letzten zehn Minuten der Partie verliefen im Schweigen, unterbrochen nur von vereinzelten, missmutigen Pfiffen, als Yildiz, der vermeintliche Hoffnungsträger, das Feld verließ. Ein surrealer Abschluss eines Spiels, in dem die Mannschaft von Spalletti zahlreiche Chancen ungenutzt ließ. Vlahovic und Conceição hatten ihre Möglichkeiten, doch es fehlte an Entschlossenheit, das Blatt zu wenden. Die Fans spiegelten diese Ratlosigkeit wider, ihre Erwartungen schmolzen dahin.

Ein kurzzeitiger Hoffnungsschimmer flackerte auf, als Koopmeiners mit einem lauten Raunen des Publikums auswechseln musste, doch Bogas anschließender Konterlauf wurde nur von kurzzeitiger Begeisterung begleitet. Die Tore von McKennie und Vlahovic, die beide zu Unrecht abgepfiffen wurden, weckten kurzzeitig die Hoffnung, wurden aber schnell durch das zweite Tor der Fiorentina im Keim erstickt. Einige Zuschauer verließen das Stadion bereits frühzeitig, während andere sich dem Unmut der Südkurve anschlossen.

Spalletti selbst sprach von einer „schlechten Partie“ und räumte ein, dass die Champions-League-Qualifikation nun unwahrscheinlich sei: „Wir spielen höchstens noch Europa League.“ Ein klares Bekenntnis zur eigenen Leistung, das aber kaum die aufgebrachten Fans beruhigte. Die Frage ist: Kann Spalletti das Ruder noch herumreißen oder droht ihm das Aus in Turin?