Justus fischer springt 2027 ab: thw kiel schnappt sich den begehrtesten kreisläufer deutschlands
Die Bombe detoniert am Samstag, doch der Knall kommt erst in 18 Monaten. Justus Fischer, 23, Vize-Europameister, Olympia-Zweiter und ausgebildete Torschreck, verlässt die TSV Hannover-Burgdorf – nicht jetzt, aber mit der Saison 2027/28. Dann zieht der 1,98-Meter-Kreisläufer nach Kiel, wo der deutsche Rekordmeister THW bereits jetzt den nächsten Meister-Kader zusammenschraubt.
Warum kiel jetzt zugreift und hannover trotzdem lacht
Der Deal ist eingepackt in Samt: Zweijahresvertrag, kein Cent Ablöse, dafür ein Jahr Vorlaufzeit. „Wir hätten Justus sofort nehmen wollen“, sagt THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi, „aber er bat uns um Geduld. Die haben wir ihm gern gegeben.“ Für Hannover heißt das: Noch eine Saison Top-Torjäger, dann ein Jahr Transferplus, bevor der Shooting-Star abhebt.
Fischer selbst klingt, als hätte er die letzten Monate in einem Kopf-Kino verbracht. „Der THW hatte von Anfang an offenes Interesse“, erzählt er, „aber ich war noch nicht bereit für den Sprung.“ Stattdessen baute er bei Hannover die Kurve: 439 Treffer in 145 Bundesligaspielen, ein WM-Titel mit der U21, Silber bei Olympia und der EM. Die Zahlen sprechen lauter als jede PR-Agentur.
Jetzt, sagt er, sei die Komfortzone zu klein. „Ich will raus aus der Warmhaltegruppe, rein in den Hochleistungsmodus.“ Kiel liefert das Regal: Champions-League-Dauerlärm, 10.000 Fans, ein Angriffssystem, das selbst Kreisläufer in Wallung bringt. Szilagyi schwärmt: „Justus ist defensiv ein Riese, offensiv ein Spielmacher. So eine Mischung findet man nur alle paar Jahre.“

Die message an den rest der liga
Mit diesem Transfer schickt der THW ein Signal, das bis nach Berlin, Flensburg und Magdeburg vibriert: Wir haben nicht nur Geld, wir haben Geduld. Während andere Klubs nach Ausfällen kurzfristig zusammenbasteln, planen die Nordlichter drei Jahre voraus. Fischer ist der vierte deutsche Nationalspieler, den Kiel bereits für 2027/28 unter Vertrag nimmt – ein Kader, der sich langsam aber sicher zur Gold-Generation formt.
Für Hannover bedeutet der Abschied einen Schock, aber kein Knockout. Die Niedersachsen haben Zeit, einen Nachfolger zu finden, der vielleicht nicht 439 Tore schießt, aber dafür genug Tore verhindert. Und Fischer? Der kann sich auf seine letzte Saison konzentrieren, ohne Transfer-TamTam. „Ich werfe bis zum letzten Tag wie ein Irrer“, verspricht er. Die Fans werden ihm dankbar sein – und dann verabschieden sie ihn mit einem Klatschen, der bis nach Kiel hallt.
2027 wird laut. Dann steht Justus Fischer nicht mehr in der AWD-Hall, sondern in der Wunderino-Arena, um mit dem THW den nächsten Titel anzugreifen. Bis dahin tickt die Uhr – und jeder Treffer, den er für Hannover erzielt, ist ein kleiner Abschiedsbrief an die eigene Jugend. Der Countdown läuft, die Liga ist gewarnt.
