Junyent: vom schachbrett ins rampenlicht – kann er jetzt durchstarten?
Quim Junyent, ein Name, der in der Fußballwelt Spaniens immer häufiger fällt, steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Der 17-jährige Mittelfeldspieler, dessen Karriere bisher von Höhen und Tiefen geprägt war, könnte bei der bevorstehenden U19-Europameisterschaft seine Chance auf den internationalen Durchbruch nutzen. Doch der Weg dorthin war alles andere als geradlinig.
Ein schachbrett-gehirn im fußballkörper
Junyent ist kein typischer Fußballer, der schon als Kind mit dem Ball am Fuß unzertrennlich verbunden war. Seine frühe Kindheit wurde von einer anderen Leidenschaft bestimmt: dem Schach. Als Achter in Katalonien bewies er ein strategisches Verständnis und eine Konzentrationsfähigkeit, die ihm nun auch auf dem Fußballplatz zugutekommen könnten. Die bittere Niederlage in der letzten Runde, die ihm den zweiten Platz verwehrte, schmerzte ihn so sehr, dass er damals schwor, nie wieder Schach zu spielen – eine Entscheidung, die er jedoch in den letzten Jahren revidierte.
Doch der Fußball blieb seine Berufung.Nach einer vielversprechenden Zeit beim FC Barcelona, wo er die Talentschule La Masía durchlief, erlebte Junyent einen abrupten Wechsel. Ein gescheiterter Transfer nach Almería im vergangenen Winter führte dazu, dass der Verein ihn nicht verlängerte. „Es ist etwas, das im Fußball passiert“, kommentiert Junyent die Situation nüchtern, zeigt aber auch eine beeindruckende Reife, um mit Rückschlägen umzugehen.

Die u19-em als chance zur rehabilitation
Nun kommt die Europameisterschaft für Junioren. Mit dem Kapitänsamt und einer gehörigen Portion Selbstvertrauen reist Junyent ins Turnier. Seine Rolle im Mittelfeld erinnert an einen Schachspieler, der nicht die schnellste Figur ist, aber das Spielfeld überblickt und die besten Züge plant. „Im Mittelfeld gewinnt nicht derjenige, der am schnellsten läuft, sondern derjenige, der am besten visualisiert“, so Junyent, der diese Philosophie im Spiel umsetzen will.
Die Unterstützung seiner Familie und Freunde hat ihn in der schwierigen Phase gestärkt. „Sie sagten mir, ich solle weiterarbeiten, Spaß haben und einfach ich selbst sein“, erzählt er. Und genau das scheint bei ihm zu funktionieren. Er trainiert hart, genießt den Fußball und gibt sein Bestes – egal ob beim FC Barcelona B, in der Jugend oder im Nationalteam.
Die Erinnerungen an La Masía sind positiv. „La Masía hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin“, betont Junyent. „Es hat mir geholfen, mich anzustrengen und zu opfern.“ Diese Werte will er nun bei der EM zeigen und sich für die Zukunft empfehlen. Der Traum vom Profifußball lebt weiter, und die Europameisterschaft könnte der Sprungbrett sein.
Und wer weiß, vielleicht wird er ja nach seinem Erfolg bei der EM auch tatsächlich die Farbe seines Vaters ändern lassen – ein Versprechen, das er dem stolzen Papa gegeben hat, sollte das Team den Titel holen. Nur eines ist sicher: Quim Junyent ist bereit, sein Kapitel im Fußball neu aufzuschlagen – und dieses Mal will er es schreiben.
