Junge eisspieler in der national league: wer setzt wirklich auf die zukunft?

Die Debatte um den Einsatz junger Eishockeyspieler in der National League brodelt weiter. Eine Analyse der letzten fünf Spielzeiten zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Teams – und wirft Fragen nach der langfristigen Entwicklung des Schweizer Eishockeys auf.

Die schlusslichter: lugano und rapperswil im hintertreffen

Am Ende der Skala steht der HC Lugano. Die Bianconeri haben ihren jungen Spielern in den vergangenen fünf Jahren kaum Eiszeit gewährt. Einziger Lichtblick in dieser Saison war Cyrill Henry, der als 18-Jähriger immerhin 18 Einsätze verbuchte. Doch insgesamt zeigt Lugano wenig Bereitschaft, auf die Talente der Zukunft zu setzen – was möglicherweise mit dem starken Farmteam Bellinzona Snakes zusammenhängt, das viele junge Spieler abfängt. Auch der SC Rapperswil-Jona Lakers hinkt hinterher, obwohl hier und da ein Spieler wie Andrin Flütsch seine Chance erhält. Die Lakers setzen offenbar auf eine Mischung aus erfahrenen Spielern und der gezielten Entwicklung einzelner Talente.

Die mittelfeld-teams: ajoie und ambri zwischen hoffnung und realität

Die mittelfeld-teams: ajoie und ambri zwischen hoffnung und realität

Der HC Ajoie steht im Niemandsland. Zwar wurden in den ersten beiden Saisons noch regelmässig U-20-Spieler eingesetzt, doch seitdem hat sich daran wenig geändert. Der fehlende Nachwuchs im Verein schränkt die Möglichkeiten ein. Etwas besser sieht es beim HC Ambri-Piotta aus, wo die positive Bilanz der Saison 2023/24, in der junge Spieler viel Eiszeit sammelten, noch nachwirkt. Nathan Borradori konnte in dieser Saison Erfahrungen sammeln.

Die vorreiter: zug und biel investieren in die jugend

Die vorreiter: zug und biel investieren in die jugend

Der EV Zug setzt weiterhin konsequent auf junge Spieler. Mit durchschnittlich 6:36 Minuten Eiszeit pro Spiel gehören die Zuger zu den Top-Teams in dieser Kategorie. Gian Menzi ist ein Beispiel für die erfolgreiche Integration junger Talente. Das Team von Dan Tangenedi beweist damit, dass auch sportlicher Erfolg und die Förderung der Jugend Hand in Hand gehen können. Das gilt auch für den EHC Biel-Bienne. Niklas Blessing ist mit fast 670 Minuten Eiszeit der U-20-Spieler mit der meisten Einsatzzeit in der National League. Die Bieler haben erkannt, dass die Investition in die Jugend sich langfristig auszahlt. Jonah Neuenschwander, der jüngste eingesetzte Spieler, könnte bereits 2026/27 eine noch größere Rolle spielen.

Ein trend: mehr eiszeit für junge spieler, aber auch fragezeichen

Ein trend: mehr eiszeit für junge spieler, aber auch fragezeichen

Insgesamt zeigt die Analyse einen Trend: Immer mehr Teams setzen auf junge Spieler. Doch es stellt sich die Frage, ob dies immer mit dem sportlichen Erfolg einhergeht. Der EHC Kloten, der in der Vergangenheit für seine starke Nachwuchsarbeit bekannt war, musste in dieser Saison feststellen, dass der Fokus auf junge Spieler nicht automatisch zum Aufstieg in die Playoffs führt. Die Zahlen sprechen für sich: Während die Bieler und Zuger in die Zukunft investieren, müssen Lugano und Rapperswil ihre Strategie überdenken, wenn sie langfristig in der National League mithalten wollen. Die Entwicklung der jungen Spieler ist entscheidend für das Schweizer Eishockey – und die Vereine müssen bereit sein, ihnen die Chance zu geben, sich zu beweisen.