Jule brand jagt österreich: dfb-frauen vor heim-wm-knaller in nürnberg
14. April 2026, 18:15 Uhr, Max-Morlock-Stadion – Jule Brand tritt an, Giulia Gwinn zieht den Krempel hoch, und die österreichische Abwehr bekommt Platzangst. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft kann sich mit einem Sieg gegen die Nachbarn schon jetzt ein Bein für die WM 2027 stellen. Kein Test, kein Freundschaftsspiel – das ist die Quali, roh und laut.
Warum nürnberg der perfekte schauplatz ist
50 000 Zuschauer passen rein, die Franken haben Tickets im Blut, und das Stadion trägt den Namen eines Mannes, der Tore lebte. Das DFB-Presseamt rechnet mit Rekordbesuch für ein Frauen-Länderspiel in Bayern. Die Logen sind schon ausverkauft, auf den Rängen tobt sich der neue Fanclub „gwinnsane“ aus. Kurz: Die Atmosphäre wird so brisant wie ein Brand-Schuss aus 20 Metern.
Trainer Christian Wück schickt seine Elf mit der Devise ins Rückspiel: Vollgas, keine Rechnerei. Nach dem 3:0 in Graz will er die Gruppenführung ausbauen, bevor der September-Stress mit Liga-Pause und Reisebelastung beginnt. Österreichs Coach Irene Fuhrmann kontert mit einer 4-2-3-1-Variante, die das Zentrum dicht macht und über Barbara Dunst auf der linken Seite kontert. Problem: Dunst fällt aus, Kreuzband. Die deutsche Außenbahn atmet auf.

Tickets gibt’s nur über die dfb-lotterie
Kein offener Verkauf, keine Schwarzmarkt-Preise. Wer live dabei sein will, muss bis 20. März das Online-Formular ausfüllen und hoffen. Die Gewinner erfahren es per E-Mail, plus einen QR-Code, der vier Stunden vor Anpfiff abläuft – Verschenken unmöglich. So verhindert der Verband Wucher und hält die Familien-Quote hoch: 60 Prozent der Plätze gehen an Schulen, Fanclubs und Frauen-Fußball-Vereine. Die restlichen 20 000 Lose landen im Lostopf. Die Chancen stehen 1:17, besser als beim Lotto, schlechter als bei einem Brand-Freistoß ins Kreuzeck.
Die Mannschaft trainiert am Vortag im Stadion, die U19 spielt im Vorprogramm gegen Italien. Ein Doppelpack für 15 Euro – das bekommt man sonst nur in der Regionalliga. Für Paulina Krumbiegel ist es ein Heimspiel im wahrsten Sinn: Geboren in Nürnberg, aufgewachsen im Stadionviertel, jetzt zurück als Hoffnungsträgerin. „Ich kenne jede Ecke hier, meine Oma sitzt auf der Haupttribüne“, sagt sie. Wück lächelt: „Sie wird uns anfeuern, aber bitte ohne Oma-Trillerpfeife.“
Am Ende zählt nur die Tordifferenz. Ein Sieg mit drei Toren Vorsprung würde Deutschland vorzeitig die Teilnahme sichern, den Rest der Quali in den Ferienmodus versetzen. Die Spielerinnen wissen: Je früher sie sich qualifizieren, desto mehr Testgelder fließen in die Lizenzligen. Die Botschaft ist klar: Ran an die Ösis, Nürnberg in Wallung bringen und dem Gegner die Lederhosen verbraten. Wer dabei sein will, hat noch zehn Tage – dann knallt es im Morlock.
