Juanito trat matthäus wie einen feind: foul, das den fußball schockierte
8. April 1987, Olympiastadion München, Minute 63. Lothar Matthäus liegt am Boden, Juanito zielt mit dem Stollenschuh direkt auf seinen Schädel. Der Schiedsrichter steht zwei Meter daneben. Die Fernsehkamera zittert, das Stadion brüllt. Es ist kein Tackle mehr, es ist ein Angriff.
Was geschah, war keine Spielsituation, sondern eine Eskalation. Real Madrid lag 0:3 gegen Bayernzurück, Frust kochte. Chendos Grätsche gegen Matthäus war der erste Funke, Juanito lieferte die Explosion. Er stieg ein, trat zu, trat noch mal. Andreas Brehme erinnert sich: „Lothar dachte, er will mich fertigmachen.“

Die sperre fällt gnadenlos aus
Platzverweis, sofort. Dann folgte das Urteil des UEFA-Disziplinarrats: fünf Jahre Sperre für Europapokal-Wettbewerbe. Für einen Profi, der bereits 33 Jahre alt war, eine Karriere- Todesstrafe. Juanito hatte vorher schon wegen Spuckens gegen Uli Stielike und wegen Handgreiflichkeiten gegen Schiedsrichter Adolf Prokop zwei Jahre Pause absitzen müssen. Diese neue Tat war der finale Beweis: seine Impulse konnten ihn nicht mehr retten.
Matthäus blieb unverletzt, spielte weiter, gewann später Weltmeisterschaften. Juanito kehrte nie mehr auf die große Bühne zurück. Die spanische Presse nannte ihn „loco“ – ein Genie, das sich selbst zerstörte. Die deutsche Presse sprach von Mordversuch. Die Bilder gingen um die Welt und prägten ein Bild vom „bösen“ Madrilenen, das bis heute haftet.
Ein Detail vergisst man gern: kurz vor dem Foul hatte Matthäus die Bayern-Führung mit Dribblings und provokanten Gesten angefeuert. Juanito war nicht nur Racheengel, er war auch Reaktion. Doch Reaktion rechtfertigt keinen Tritt. Der Fußball verlangte Opfer, und Juanito lieferte sich selbst.
Heute, 39 Jahre später, erinnern sich nur noch Historiker an das 3:0. Jeder aber kennt das Foul. Es ist das Sinnbild für eine Grenze, die nicht überschritten werden darf – und für eine Karriere, die an einer Sekunde zerschellte.
