Josh rock versinkt im premier-league-sumpf – selbstironie als letzte rettung

Nottingham – Josh Rock lachte, aber es klang hohl. 1:6 gegen Stephen Bunting, die sechste Niederlage im sechsten Spiel, und die Arena feierte trotzdem – weil der 24-Jährige sich nach seinem einzigen Leggewinn mit ausgestreckten Armen drehte, als hätte er die WM gewonnen. Die Geste war Selbstironie, pure Verzweiflung inklusive.

Die premier league frisst ihre talente

Rock hatte das Publikum auf seiner Seite, die Doppel-1 saß, und trotzdem blieb er der Mann, der die Niederlage mit der größten Show feierte. Die Zahlen sind gnadenlos: 0 Punkte, 6 Legs gewonnen, 36 verloren. Kein anderer Neuling in der Geschichte der Liga startete so desaströs. Die UK Open, erst drei Tage zuvor, lagen in einem Paralleluniversum: Halbfinale, Average von 102, ein Kopf voller Selbstvertrauen. Dann dies: 87 Average, Doppel-Feld wie vernagelt, Bunting gnädig genug, den Whitewash nicht zu vollenden.

„Was macht der denn in der Premier League?“, brüllte Basti Schwele ins Mikro, und Max Hopp pflichtete bei: „Er steht sich selbst im Weg.“ Die Phrase klingt nach Psychologie, ist aber einfache Mechanik: Die Bühne ist größer, das Licht weißer, die Kameras näher. Wer hier zögert, ist verloren. Rock zögert seit sechs Wochen.

Dublin wird zur letzten strohhalm-tour

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Nächste Woche trifft er auf Gerwyn Price, den Waliser, der für seine ersten drei Siege bereits neun Punkte brauchte. Price ist bekannt dafür, Gegner in der Arena zu zerfetzen, wenn sie schon wackeln. Rock wackelt. Die Tabelle spricht Bände: Letzter Platz, Minus-31 Leg-Differenz, 23 Prozent Doppel-Quote – ein Lehrbuch der Selbstblockade.

Die Premier League ist kein Turnier, sie ist ein Marathon, der die Schwächen ausleuchtet wie ein Flutlicht. Rock kann laufen, so schnell er will, der Sumpf zieht ihn tiefer. Die Selbstironie war ein nettes Zugeständnis, aber sie rettet keine Karriere. In Dublin zählt nur ein Sieg, sonst wird die Show für ihn vorzeitig abgesetzt. Und dann ist das Lachen endgültig vorbei.