Jordan zerstört die goat-fabel: „es gibt keinen besten spieler aller zeiten“

Michael Jordan dreht den Spieß um. Der Mann, der zum Maßstab erklärt wurde, lehnt das Urteil ab – und damit die ganze Debatte. „Es gibt so etwas wie einen GOAT für mich nicht“, sagt der 63-Jährige in einem Interview, das am Montag veröffentlicht wurde. Die Aussage trifft mitten in die Fan-Hysterie, die seit Jahren Jordan gegen LeBron James ausfechtet.

Warum der sechsmalige champion das prinzip ablehnt

Warum der sechsmalige champion das prinzip ablehnt

Jordan liefert keine Rangliste, sondern eine Lektion in Basketball-Anthropologie. „Wir lernen von anderen Spielern, wir entwickeln das Spiel weiter“, erklärt er. Für ihn ist jede Generation ein Lego-Stein auf dem Turm des Vorgängers. Wer also behaupte, ein einzelner Stein sei der höchste, demonstriere nur, dass er den Bau nicht verstanden hat. Die Begründung klingt wie ein Seitenhieb gegen jene TV-Debatten, die mit Statistiken jonglieren und YouTube-Highlight-Videos als Beweise zitieren.

Die Ironie ist kaum zu überbieten: ausgerechnet der Spieler, desser Name bei jeder „Who’s the GOAT?“-Frage zuerst fällt, erklärt das Konzept zur Farce. Jordan nimmt sich damit aus der Schusslinie, die er selbst mitgezeichnet hat. Seit 1998 sitzt er auf sechs Ringen, und doch verweigert er den Thron. Stattdessen blickt er auf „Beziehungen und Erfahrungen“, nicht auf Trophäen. „Wenn es heute enden würde, hätte ich zu 100 Prozent ein Lächeln im Gesicht“, sagt er. Die Zahl klingt wie ein Gegenangebot an alle, die mit PER, Win Shares oder Clutch-Stats argumentieren.

Die NBA versinkt trotzdem weiter im Jordan-Vergleich. Erst letzte Woche schnitt LeBron bei 40.000 Punkten das nächste Jubilä ab – und löste prompt die üblichen Twitter-Streitigkeiten aus. Jordan selbst schaut von der Tribüne seines NASCAR-Teams und schüttelt den Kopf. „Ich bin verflucht“, sagt er über seine neue Leidenschaft für Motorenlärm, und klingt, als meine er auch die Debatte, die ihn nie mehr loslässt.

Die Botschaft ist klar: Wer GOAT ruft, ruft nach sich selbst. Jordan wirft den Ball zurück – und spielt weiter.